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Kupplung im Leerlauf treten - Motor aus - Midget MKIII


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Verfasst am: 09. 07. 2017 [09:53]
Remus
(Rohr)
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2017
Beiträge: 22
Hallo zusammen,

seit einer Woche besitze ich nun meinen ersten Oldtimer, einen Midget MKIII und bin hocherfreut über den Fahrspaß dieses Fahrzeuges icon_biggrin.gif und gleichzeitig über die Existenz dieses Forums.

Denn seit gestern tritt das Problem auf, dass der Motor im Leerlauf ausgeht (auch während der Fahrt, z.B. beim Heranrollen an eine Kreuzung/Ampel), wenn ich auf die Kupplung trete. Schaltprobleme treten allerdings nicht auf (soweit ich das jetzt beurteilen kann ...). Die Benzinpumpe klackert auch schön und ein Neustart funktioniert auch ohne Probleme.
Hat jemand einen Tipp, wo ich mich auf Fehlersuche begeben kann, ohne gleich den Motor samt Getriebe ausbauen zu müssen?

Es gibt schon mehrere Posts zum Thema Kupplung, v.a. wenn diese verklebt und nicht frei macht. Was hat das aber mit einem Absterben des Motors zu tun?

Ich bin jedenfalls für jeden Hinweis dankbar.

Danke und einen schönen Sonntag!

Alexander


MG Midget MK III RWA - 1972

1/2" oder 9/16", welcher Schlüssel wars denn nur?
Verfasst am: 09. 07. 2017 [11:20]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 471
und wenn Du ihn anlässt und im Standgas betreibst, dann läuft er normal?
nimmt er in kaltem Zustand das Gas normal an?

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 09. 07. 2017 [11:53]
Remus
(Rohr)
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2017
Beiträge: 22
Im Standgas ist alles in Ordnung, habs grade im kalten Zustand versucht, alles normal. Nur wenn ich dann die Kupplung trete, geht die Leerlaufdrehzahl bis auf null und die rote Lampe leuchtet. Allerdings quietscht/schleift die Kupplung auch ein wenig komisch.

MG Midget MK III RWA - 1972

1/2" oder 9/16", welcher Schlüssel wars denn nur?
Verfasst am: 09. 07. 2017 [12:22]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2669
Hallo Alexander,

erstmal willkommen hier!

Wie hoch ist die Leerlaufdrehzahl im Standgas?

Geht der Motor auch aus, wenn Du vor dem Treten der Kupplung die Standgasdrehzahl auf etwa 1200 /min erhöhst (indem Du den Choke ganz leicht ziehst und feststellst)?

Stirbt der Motor bei jeder Motortemperatur ab oder nur im heißen Zustand?

Wenn nur im heißen Zustand und nicht bei erhöhtem Standgas, könnte die Ursache in einer zu mageren Vergasereinstellung liegen. Habe ich selbst schon erlebt.

Die Geräusche der Kupplung könnten harmlos sein (manche Ausrücklager quietschen schon im Neuzustand beim Auskuppeln), sie können allerdings auchdaher kommen, dass das Ausrücklager völlig verschlissen ist und sich der Graphit-Schleifring verabschiedet hat. Dann schleift Metall (des Aufrücklagers) auf Metall (der Kupplungsdruckscheibe) und dies kann dann auch den Motor in die Knie zwingen. Überprüfen kannst Du dies, indem Du die Gummiabdeckung unten seitlich an der Kupplungsglocke abnimmst und durch diese Öffnung das Ausrücklager inspizierst. Am besten wäre, wenn Du das Lager fotografierst oder filmst und das Ergebnis hier einstellst, wie z. B. dort geschehen (Videolink im vorletzten posting auf Seite 1): http://www.spridgets.net/index.php?id=11&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=6074&tx_mmforum_pi1[page]=1

Eine dritte (weniger wahrscheinliche) Ursache könnte sein, dass die Anlaufscheiben der Kurbelwelle völlig verschlissen sind. Soweit ich weiß, müsstest Du dann aber beim Treten der Kupplung (durch eine 2. Person) erkennen können, dass sich die Riemenscheibe infolge der Verschiebung der Kurbelwelle deutlich nach vorne bewegt.

Gruß
Stolli

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

Jeden Morgen muss ich mich entscheiden:
den Sprite oder nicht den Sprite, das ist hier die Frage!
Verfasst am: 09. 07. 2017 [12:52]
Remus
(Rohr)
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2017
Beiträge: 22
Hallo Stolli,

vielen Dank für die Tipps.

1. Die Motordrehzahl ist im warmen Zustand etwa bei 900 rpm.

2. Wenn ich deinen Tipp mit der Choke-Variante beherzige, dann sinkt die Drehzahl beim Kuppeln von 1200 rpm auf etwa 900rpm und der Motor stirbt nicht ab.

3. Der Motor stirbt bei jeder Temperatrur ab, gestern am Ende einer etwa 50km Fahrt und heute im kalten Zustand.

Was mich irritiert, ist die Tatsache, dass ich ihn in der letzten Woche ca. 700km (davon 450km am Stück) bewegt habe und das Phänomen erst jetzt aufgetreten ist.

4. Die Prüfung des Ausrücklagers behalte ich mal im Hinterkopf, da fehlt mir gerade die Ruhe und eine vernünftige Hebebühne icon_wink.gif

Grüße aus dem Süden

Alexander


MG Midget MK III RWA - 1972

1/2" oder 9/16", welcher Schlüssel wars denn nur?
Verfasst am: 09. 07. 2017 [14:27]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2669
Hallo Alexander,

die Leerlaufdrehzahl ist ok.
Ich tippe auf eine zu magere Vergasereinstellung, ggf. in Kombination mit nicht korrekter Zündeinstellung. Beides solltest Du kontrollieren.

Das plötzliche Auftreten dieses Phänomens kann auch witterungsbedingt sein. War bei mir so bei einem Spridgettreffen: vorher alles prima, beim Treffen (hohe Lufttemperaturen) war die Kiste im Ortsverkehr kaum fahrbar. Abends die Vergaser auf Anraten eines erfahrenen Spridgeteers ein wenig fetter gestellt - Bingo!

Die Kupplungsgeräusche können übrigens auch schon entstehen, wenn das Ausrücklager soweit verschlissen ist, dass der Überstand des Graphitrings nicht mehr vorhanden ist. Dann hat der dünne Metallrand des Ringträgers Kontakt mit der Druckplatte und wird langsam runtergeschliffen. Beim 1275er-Motor ist das Lager dann noch lange nicht hin, sollte aber im Auge behalten werden. Im Bild ist ein neues Ausrücklager zu sehen und als Beispiel dann mein völlig runtergerittenes Lager, das bis kurz zuvor aber noch einwandfrei funktionierte, bis der letzte Rest des Graphitrings zerbrach.

Gruß
Stolli

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

Jeden Morgen muss ich mich entscheiden:
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Dateianhang

ausruecklager_vergleich.jpeg (Typ: image/jpeg, Größe: 183.06 Kilobyte) — 57 mal heruntergeladen
Verfasst am: 09. 07. 2017 [15:03]
Remus
(Rohr)
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2017
Beiträge: 22
Alles klar, danke! Dann muss ich mich wohl mal an den Vergaser wagen, in der Hoffnung, dass ich nicht gleich alles völlig verstelle. Das mache ich dann in Ruhe....

Melde mich wieder, wenn ich Neuigkeiten habe.

Schönes WE

Alexander

MG Midget MK III RWA - 1972

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Verfasst am: 09. 07. 2017 [15:47]
major_healey
(Stolberg)
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Beiträge: 2669
http://www.mga-club.ch/MGA/Download/HS-Vergaser.pdf

Als Test der Vergasereinstellung reicht eigentlich erst mal ein Zündkerzencheck aus, ggf. mit nachfolgender Gemischeinstellung

Zündkerzencheck: wenn hellgrau bis weiß: Einstellung mager bis zu mager,

dann Düsenstöcke jeweils eine 1/2 oder 1 Flanke des Sechskants (Düseneinstellmutter, Nr. 1 der 1. Abbildung im obigen pdf) rausdrehen (raus = nach unten = von unten betrachtet nach links = von oben betrachtet nach rechts). Dafür Motor aus, Choke vollständig ziehen und feststellen, dann sind die Düsenstöcke entlastet und können mit den Fingern und bei eingebauten Luftfiltern gedreht werden.

Haube zu, Choke wieder lösen, fahren und freuen (hoffentlich).

Gruß
Stolli

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 09.07.2017 um 15:47.]

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

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Verfasst am: 18. 07. 2017 [19:35]
Remus
(Rohr)
Themenersteller
Dabei seit: 26.06.2017
Beiträge: 22
Hallo Stolli,

also ich habe alles gemacht, wie du es vorgeschlagen hast. Vergaser fetter gestellt, Standgas etwas erhöht, Kerzen gecheckt. Problem war kurzzeitig besser, allerdings hatte ich heute nach ca. 25km Autobahnfahrt ein Dauerquietschen um die Ohren. Heute Abend bin ich dann in ne Werkstatt eines Bekannten und nach kurzem Hinhören: Diagnose Ausrücklager kaputt, möglicherweise ist auch ne Feder der Kupplung kaputt.

Also mein Plan: Motor raus, samt Getriebe und Ausrücklager wechseln, bei der Gelegenheit gleich Kupplung erneuern!

....dann muss ich bei der Hitze wenigstens nicht fahren, sondern kann mich in der Garage abkühlen...und ich weiß, was ich im Urlaub machen werde.

Grüße Alexander, der gerade lernt, dass Oldtimer mehr ist, als nur fahren icon_eek.gif

MG Midget MK III RWA - 1972

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Verfasst am: 18. 07. 2017 [21:12]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2669
Hallo Alexander,

schaaaaade, ich habe gehofft, dass Du mit einer Vergasereinstellung davonkommst.

Zum Motorausbau: das Getriebe muss für einen Kupplungswechsel nicht raus. Die Geschmäcker sind da unterschiedlich, die einen bauen Motor mit Getriebe aus, die anderen (so wie ich) lieber nur den Motor.

Im Registerbereich findest Du unter Werkstatt/Motor/Motor ausbauen eine ausführliche Beschreibung für den Spridget (falls Du so etwas brauchst).

Mit einem Motorkran und Balancer ist der Ausbau halb so wild. Mein Rat: nimm eine Markenkupplung als Komplettsatz mit passendem Ausrücklager. Seit ich eine AP-Kupplung drin habe, ist weitgehend Ruhe - nur bei extrem hohen Temperaturen bockt sie manchmal ein wenig.

Gruß
Stolli

P. S.: Ich bin immer sehr an Fotos und Berichten interessiert zu Zustand der Kupplung, Ursache des Fehlers etc.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.07.2017 um 21:14.]

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

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