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Thema mit vielen Antworten

1275er Tuning


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Verfasst am: 11. 10. 2016 [00:54]
nortonjan
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Dann das seltsame Bohrbild:

Auf dem ersten Bild sieht man am unteren Ende der Bohrung eine ellipsenförmige Verfärbung. Dort kam der Hohnstein zuerst nicht hin.

Auf dem zweiten Bild dann die korrigierte, kleine Ellipse. Sie befindet sich auf jener Höhe des Kolbenhemdes, welche am unteren Totpunkt ausserhalb der Dichtringe beginnt. Somit kann man damit leben.

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Dateianhang

Schiefbohrung vor .jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 424.18 Kilobyte) — 43 mal heruntergeladen
Schiefbohrung danach.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 498.64 Kilobyte) — 48 mal heruntergeladen
Verfasst am: 11. 10. 2016 [00:56]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Hier ein Bild der extra angefertigten Pleuelaugenlager, in Bronze, 18mm Innendurchmesser, passend zu den schwimmend gelagerten Kolbenbolzen.

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Dateianhang

DSC_2028.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 497.44 Kilobyte) — 37 mal heruntergeladen
Verfasst am: 11. 10. 2016 [01:01]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Weiter mit dem Kurbeltrieb:

Bild 1 zeigt die zwei (aussenliegenden) zusätzlichen Bohrungen, die für das verstärkte Mittellager nötig wurden.
Fairerweise muss gesagt werden, dass diese Modifikation eigentlich nicht nötig wäre für meinen Motor, da mit der Verdichtung nicht im Rennbereich gearbeitet wird. Aber da wir grad dran waren.....

Bild zwei zeigt das famose Mittellager, made in Britain. Ist schon erstaunlich: man muss also das Mittellager nachbearbeiten, da die Lagerung der Anlaufscheiben der Kurbelwelle sonst schlicht nicht möglich ist. zzz....

Bild drei zeigt eine weitere nötige Nacharbeit: die Bohrung der äusseren Lagerschraube ist so nahe am zweiten Loch, dass eine normale Stecknuss nicht reinpasst - und diese ist nötig, will man mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Dateianhang

zusätzliche Bohrungen.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 505.13 Kilobyte) — 48 mal heruntergeladen
Anpassung Mittellager.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 476.11 Kilobyte) — 41 mal heruntergeladen
Anpassung Mittellager Schraubenkopf.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 490 Kilobyte) — 42 mal heruntergeladen
Verfasst am: 11. 10. 2016 [01:03]
nortonjan
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Der Kurbeltrieb wurde in drei oder vier Schritten gewuchtet. Im Bild 1 das Wuchten des kompletten Kurbeltriebes.

Bild zwei zeigt den fertig eingebauten Kurbeltrieb mit den verstärkten Lagern und der frei einstellbaren, doppelten Steuerkette.

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Dateianhang

Wuchten Kurbeltrieb.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 462.02 Kilobyte) — 51 mal heruntergeladen
Kurbeltrieb fertig eingebaut.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 475.4 Kilobyte) — 57 mal heruntergeladen
Verfasst am: 11. 10. 2016 [01:05]
nortonjan
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Und hier der zusammengesetzt Motor mit den nochmals feingetunten Kipphebelwelle (1.3er).

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Dateianhang

Motor fertig montiert.jpg (Typ: image/jpeg, Größe: 472.61 Kilobyte) — 66 mal heruntergeladen
Verfasst am: 11. 10. 2016 [01:13]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Etwas hab ich noch vergessen:

Die Schwungscheibe ist um 25% erleichtert, da ginge theoretisch mehr. Ich habe mich bewusst dagegen entscheiden, da eine Erleichterung der Scheibe immer auch ein Verlust an Drehmoment (eigentlich Schwung) mitbringt.

Ich werde vermutlich auch die Endübersetzung noch anpassen. Mit der MD276 war die 4.22er Übersetzung schon arg kurz - schön untenraus, aber bei 80 standen über 4000 Touren an, "des passt ned".

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 11. 10. 2016 [20:18]
major_healey
(Stolberg)
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Hallo Jan,

interessant zu lesen und zu schauen - aber nur, weil ich die Kosten nicht tragen muss ...

Gruß
Stolli

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

Jeden Morgen muss ich mich entscheiden:
den Sprite oder nicht den Sprite, das ist hier die Frage!
Verfasst am: 12. 10. 2016 [00:11]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Hallo Stolli

Drei Dinge:
1. korrekt, mir wird manchmal übel, wenn ich dran denke,was da rausfliesst. Richtig ärgern tut mch allerdings, dass ich die extrarunde über England gemacht habe - einfach nur Sch.....

2. ich bin immer wieder erstaunt zu sehen, wie wenig in unserer Zunft über die WAHREN Preise gesprochen wird. Ehrlich: wir lügen uns alle immer Mal wieder selber an, oder? Denn so WIRKLICH rational ist das alles hier ja nicht - muss es aber glücklicherweise ja auch nicht sein.

3. ich lebe in der Schweiz und im Grossraum Zürich. Der Stundensatz eines qualifizierten Spezialisten ist so in der Region von ab CHF 135.-, was in etwa aktuell € 120.- ist. Also jetzt nicht erschrecken vom Folgenden.


Im Rahmen dieses Threads und in Antwort auf obige Nummer 2 lege ich hier gerne die Kosten offen:

Sie belaufen sich auf knapp €4000.- für die Arbeit (ohne Kanalerweiterungen Zylinderkopf) und wohl etwa €2500 fürs Material (ARP-Schraubensatz, Kolben, Lager, Halbschalen, Stösseltassen, Nockenwelle, Ventile, Ventilführungen, Kipphebelwelle, Steuerkettensatz und Kupplung. Das ist ein für die Schweiz nach meinem Wissensstand normaler Preis. Wenn ich eine solche Übung nicht in Eigenregie, sondern durch den Profi durchführen lassen würde (Motor hinstelle, Auftrag erteilen, 3 Monate später abholen, zahlen), müsste ich mit etwa CHF 10'000 rechnen, also etwa €9100. So oder so hab ich ein Jahr Garantie, das ist mir jetzt wichtiger als ein paar Hunderter irgendwie zu sparen. Ist also alles relativ......

Graf Janus mit dem leeren Beutel.....icon_eek.gif

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 12. 10. 2016 [00:20]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 507
Noch was:

Ich habe das Gefühl, dass hier jetzt endlich anständig gearbeitet wurde. Ich habe die Teilschritte alle erklärt bekommen und musste natürlich auch antraben für Entscheide mit Kostenfolgen. Aber es gibt so viele Kleinigkeiten, das kann nur der Profi: Anzugsdrehmomente, Spiel, Reihenfolgen von Teilschritten, Konsequenzen aus Einzelschritten (also: wenn A sorum sein soll, muss zwingend davor B kommen und zieht vernünftigerweise C nach sich, und so......), Materialkenntnisse, Miteinbezug von Konstruktionseigenheiten, Grenzen des Machbaren erkennen, und so weiter. Und dann sollten sie die hoffentlich intakten Maschinen auch noch richtig bedienen können!

Und ich bin ja noch nicht durch, gell....icon_redface.gif

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 18. 10. 2016 [15:44]
woolfman
(Wien)
Dabei seit: 30.07.2014
Beiträge: 726
nortonjan schrieb:


2. ich bin immer wieder erstaunt zu sehen, wie wenig in unserer Zunft über die WAHREN Preise gesprochen wird. Ehrlich: wir lügen uns alle immer Mal wieder selber an, oder? Denn so WIRKLICH rational ist das alles hier ja nicht - muss es aber glücklicherweise ja auch nicht sein.

3. ich lebe in der Schweiz und im Grossraum Zürich. Der Stundensatz eines qualifizierten Spezialisten ist so in der Region von ab CHF 135.-, was in etwa aktuell € 120.- ist. Also jetzt nicht erschrecken vom Folgenden.


Im Rahmen dieses Threads und in Antwort auf obige Nummer 2 lege ich hier gerne die Kosten offen:

Sie belaufen sich auf knapp €4000.- für die Arbeit (ohne Kanalerweiterungen Zylinderkopf) und wohl etwa €2500 fürs Material (ARP-Schraubensatz, Kolben, Lager, Halbschalen, Stösseltassen, Nockenwelle, Ventile, Ventilführungen, Kipphebelwelle, Steuerkettensatz und Kupplung. Das ist ein für die Schweiz nach meinem Wissensstand normaler Preis. Wenn ich eine solche Übung nicht in Eigenregie, sondern durch den Profi durchführen lassen würde (Motor hinstelle, Auftrag erteilen, 3 Monate später abholen, zahlen), müsste ich mit etwa CHF 10'000 rechnen, also etwa €9100. So oder so hab ich ein Jahr Garantie, das ist mir jetzt wichtiger als ein paar Hunderter irgendwie zu sparen. Ist also alles relativ......


Das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen bis jetzt. Wobei es auch da Unterschiede gibt - wie du den Motor aufarbeiten lässt. Generell ist jedoch das Preisniveau in der Schweiz etwa 1/3 über dem von Österreich.

Das letzte Anbot aus meiner Region für eine totale Motorrevision war bei ca 5000 €, ohne Ein-/Ausbau. Aber mit 10.000km Garantie.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.10.2016 um 15:44.]

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.