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Thema mit vielen Antworten

1275er Tuning


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Verfasst am: 26. 12. 2016 [07:59]
oldi-fan500
(Allgäu)
Dabei seit: 07.05.2010
Beiträge: 875
Roland, du hast recht,
auf die Abdichtung des Ölpumpengehäuses wird zu wenig geachtet!
Deshalb klebe oder löte ich es in die Motorplatte ein und dichte alles gründlichst zum Motorblock hin ab. Zerlegte Motoren haben mir immer wieder gezeigt, dass es hier zu massiven Undichtigkeiten gekommen ist.
Auch die Ölpumpe muss ggü. dem Block gut abgedichtet werden, obwohl dort austretendes Öl in die Wanne zurücklaufen kann.
Grüße - Michael
Verfasst am: 05. 01. 2017 [14:25]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 510
Roland:

Danke, aber jetzt mal ganz dumm gefragt:

WENN die Oelpumpe nicht richtig abgedichtet worden wäre, wo würde das Oel dann austreten? Würde es auf der Innenseite der Platte runterlaufen und dann bei der Welle rauskommen?

Weil: der Motor wurde über Nacht (ohne Getriebe dran) schräg gestellt und man lokalisierte den Oelverlust mittig unter der Welle....

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 10. 01. 2017 [21:05]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3489
Hallo Jan,

bei Motoren ohne nachträglich angebrachten Simmerring hinten, läuft auf jeden Fall hinten Öl raus.
In Deinem Fall, mit Simmerring, sollte eigentlich nichts raustropfen. Mich hat halt stutzig gemacht, dass
bei relativ wenig Drehzahl Öl sprudeln soll. Ganz generell kann man sagen, wenn es hinten am
Kurbelgehäuse Öl raushaut, ist das ein Zeichen für übermäßigen Blow by, also Überdruck im Kurbelgehäuse.
Aber, auch ganz ohne Simmerring funktioniert das ganz gut. Vor allem im Stand. Blow by, tritt hauptsächlich
unter Last auf, wenn Du im Stand Gas gibst, zB 2000-2500 upm, und es haut hinten an der Kurbelwelle
übermäßig Öl raus, muss a) entweder zuviel Öl eingefüllt sein, oder b) keine Kolbenringe montiert sein.
Ist normal viel Öl eingefüllt, muss es sich um Öl handeln, welches aus dem hinteren Kurbelwellen lagerbock kommt. Normaleweise wird das jetzt durch einen Schleuderring abgeschleudert. Hast jetzt zuviel blow by, wird das Öl eben hintenraus mitgerissen. Desshalb meine ich, als erstes musst Du feststellen, ob Du zuviel blow by hast.
Wenn nicht, kommt das Öl woanders her. Dann ist die einzige Möglichkeit die Ölpumpe. Aber, das Ganze ist wirklich
keine Rocket science,
Ne andere Frage ist, wie sieht denn Dein Öldruck aus bei kalt/warmem Öl?

Gruss
Roland

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.01.2017 um 21:07.]

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 12. 01. 2017 [17:21]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 510
Nun, den kenn ich noch nicht richtig, da der Motor ja noch gar nicht richtig lief und ich nicht dabei war - und jetzt isr draussen....

Ich glaube einfach irgendwie an diesen Calver-Ring, ich weiss nicht, warum. Keith Calver hat mir versichert, dass er funktioniere, meine Welle hat 37.2 mm Durchmesser (Ideal: 37.14), und die Schnecke ist noch auf der Welle. Siehe dazu die Bilder. Das Alu-Gehäuse sitzt hinter dem Flansch der Schwungscheibe und dichtet gleich nach der Schnecke auf der Welle unten (im Gegensatz dazu die andere Bauweise mit Dichtung auf dem Schwungrad-Flansch).

Wenn mein Freundlicher nicht mit einer "seven-twenty back-flip frontside-inverted frontgrab bluntslide loop turn twelve-sixty backout"-Mega-Lösung kommt, dann werde ich die ganze Sache zusammenbauen, Motor rein und nochmals versuchen, auch wenn es ihm nicht passt (er will - was ich ja gut finde - eine Lösung, die DICHT ist - allemannisch-helvetisch-teutonisch dicht, quasi....icon_cool.gif).

Die Lösung, auf eine Mini-Kurbelwelle umzubauen (dort kann sauber ein echter Simmerring verbaut werden), geht mir zu weit.

Bemerkung: Bitte die Hackspuren am Flansch nicht beachten, nicht kommentieren (hab mich schon genug aufgeregt) und schon gar nicht fragen, welcher Volldepp einer Welle sowas antun kann, warum, wann, wie, und so weiter - ICH WEISS ES NICHTicon_evil.gif (unglaublich, was man so sieht) Auf alle Fälle: die Welle ist gerade und gewuchtet.

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Dateianhang

IMG_4921 klein 1.JPG (Typ: image/jpeg, Größe: 400.27 Kilobyte) — 69 mal heruntergeladen
IMG_4932 klein.JPG (Typ: image/jpeg, Größe: 315.34 Kilobyte) — 58 mal heruntergeladen
Verfasst am: 12. 01. 2017 [19:28]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 707
nortonjan schrieb:

Bemerkung: Bitte die Hackspuren am Flansch nicht beachten, nicht kommentieren


Worauf läuft dann der Dichtring?
Gruß
Jürgen

“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.

Verfasst am: 12. 01. 2017 [20:45]
Holger
(Lengerich)
Dabei seit: 24.06.2010
Beiträge: 517
Hallo Jan,
wie meinst du das mit der Mini Kurbelwelle, was macht man da ?icon_eek.gif

Grüße Holger Hermann

(Der noch eine Mini Kurbelwelle liegen hat)
Verfasst am: 13. 01. 2017 [09:27]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 510
Schnepf schrieb:

nortonjan schrieb:

Bemerkung: Bitte die Hackspuren am Flansch nicht beachten, nicht kommentieren


Worauf läuft dann der Dichtring?
Gruß
Jürgen


Leider hab ich grad kein Bild, daher:
Dort, wo sich die schneckenförmige Rille befindet, ist die Welle 37.14mm im Durchmesser.
Dieser Durchmesser wird bis zum Flansch, der die Schwungscheibe aufnimmt, beibehalten.
Und dort setzt die Dichtung an, also quasi zwischen Schnecke und Schwungscheibenflansch.

Das auf dem Bild sichtbare zweiteilige Alugehäuse baut relativ flach. Die meisten anderen Systeme setzen den Dichtring auf die horizontale, ca. 1m breite Fläche des Schwungscheibenflansches und überbrücken den Raum zwischen Motorenrückplatte und Schwungscheibenflansch mit einem dickeren Aluadapter; die Dichtlippe wird quasi vorgelagert. Das kann aber nur funktionieren, wenn man den Schwungscheibenflansch an der Lauffläche der Dichtung poliert.

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 13. 01. 2017 [10:22]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Beiträge: 510
Holger schrieb:

Hallo Jan,
wie meinst du das mit der Mini Kurbelwelle, was macht man da ?icon_eek.gif

Grüße Holger Hermann

(Der noch eine Mini Kurbelwelle liegen hat)


Kurzer Exkurs: Unterschied Simmerring zu Dichtlippe.
Ein Simmerring ist ein fester Blechring im U-Profil, dem eine Gummilippe übervulkanisiert wurde, die dann wiederum mittels einer umlaufenden feinen Feder versehen ist, die Druck aufbaut und den Gummi an die zu dichtende Welle drückt (gut sichtbar an Motorrad-Schaltwellen, die aus dem Getriebe ragen; von aussen ersetzbar, sitzen in einer Kerbe des Getriebe-Seitendeckels mit Haftsitz!). Simmerringe sind grundsätzlich Verschleissteile. Die Lippe mit dem Federring wird zum Oeldruck hin montiert, damit der entstehende Druck die Lippe zusätzlich auf die Welle drückt. Einziger Nachteil: der Simmerring muss am Stück bleiben und sollte eigentlich nicht getrennt werden, da er die Funktion verliert. Und: die Oberfläche, auf der die Gummi-Dichtlippe läuft, muss eigentlich hochglänzend poliert sein (siehe Oeldruckzylinder oder Motorrad-Gabeln). Eigentlich eine geniale Erfindung, überstehen entsprechend gelagerte Simmerringe doch höchste Drücke (man stelle sich den Druck im Hebezylinder eines Pneukranes vor, der grad mit 30m Ausleger eine Maschine mit 1t Gewicht hebt....!).

Die bei unseren Motoren zur Anwendung kommenden Dichtungen sind ähnlich aufgebaut und sehen von weitem wie Simmerringe aus, sind aber keine. Es sind schlabbrige Silikon-Spritzgussteile, die am Stück gefertigt und dann an einer Stelle aufgeschnitten werden. Das Gehäuse darum herum ist zwingend nötig, da erst dieses den Ring in Form bring, leichten Druck von aussen aufbaut und den Ring in Position hält. Die Ringe verfügen an der Kontaktstelle zur Kurbelwelle hin über einen eingearbeiteten graphitartiger Ring (beim Simmerring ist das m.W. immer Gummi). Es fehlt aber sowohl der Blechkörper als auch die Feder. Das System funktioniert auch nur bei realtiv geringen Drücken, also eben z.B. an einer Kurbelwelle. Für Hydraulik-Anwendungen ist es untauglich.

Mini-Motoren haben ein Getriebe, das unter dem Motor liegt, deshalb fehlen den Kurbelwellen der Schwungscheibenträger, der bei unseren Motoren das Anbringen eines Simmerringes verhindern. Die Schwungscheibe wird m.W. per Konus und Keil angebracht. Deshalb kann man bei Mini-Motoren einen Simmering einsetzen. Nun kann man - mit grösserem Aufwand, eine Mini-Welle in einen In-Line-Motor setzen, wenn man die Masse beachtet und die Schwungscheibe adaptiert. Da keine Übertragung der Kraft nach unten erfolgen muss, muss die Welle gekürzt werden. Ob die Hauptlager passen, weiss ich nicht, das kriegte man aber wohl hin, spätestens, wenn man mit einem Kurbelwellen-Rohling arbeitet (hab ich mal irgendwo gesehen, weiss aber nicht mehr, bei wem). Der Aufwand ist sehr gross und liesse sich nur während der Vollüberholung realisieren , wäre aber wohl die sauberste Lösung.

Bilder: siehe z.B. Angebot von M.E.D engineering, unter "Products - Crankshafts".


PS: Es wird hier immer wieder gesagt, dass sich die Ingenieure in den 50igern und 60igern schon auch was überlegten und moderne Modifikationen oft nicht unproblematisch seien. Stimmt wohl oft, aber eben nicht immer, denn gerade am Beispiel Kurbelwellen zeigt sich, dass das "alte" System unserem heutigen Verständnis von Dichtigkeit nicht gerecht wird. Die Schnurdichtung ist technisch gesehen ja eigentlich ein totaler Murks, aber musste halt so sein, da die Welle eben diesen doofen Flansch hat.



Jan



Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 13. 01. 2017 [14:49]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 510
Roland schrieb:

nortonjan schrieb:

..........Und noch was zu dieser Dichtung: Der Motorenbauer wollte zuerst den speziellen Schliff, der auf der Kurbelwelle auf Höhe Gehäuseausgang aufgebracht ist, runterschleifen und polieren. Auf keine Fall tun, lautete die Antwort von MED. Der Dichtring ist KEIN Simmering, er braucht die schneckenförmigen Schliff, der das Oel zusätzlich ins Kurbelgehäuse zurückdrängt, und der Ring nimmt dabei keinen Schaden (sagen sie.....). Mal schauen.....



Hm, hallo Jan,

ich weiss nicht ob Dein Motorenbauer nicht recht hatte, in der Anleitung lese ich dieses:

Because both areas the seal lip will be running on are not generally precision machined/ground, some attention to smoothing these areas as much as is feasible will help seal longevity.

Das würde ich so interpretieren, dass schön glatt eigentlich helfen würde.

Roland




Hallo Roland

Dein Kommentar hat mir keine Ruhe gelassen. AAAABER: Der Hinweis bezieht sich auf die Auflagefläche NACH der Schnecke, da dort die Dichtlippe zu liegen kommt. Insofern also nix mit abschleifen.

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 13. 01. 2017 [15:04]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3489
Hallo Jan,

Deine Lösung muss funktionieren. Zumindest solange der Überdruck im Kurbelgehäuse überschaubar ist.
Ist der Motor schon wieder drinn? Wenn nicht, schaue Dir erst die Ölpumpe und den Deckel an. Man weiss ja nie!!
Ist der Motor dann wieder drinn, würde ICH folgendermaßen vorgehen.
Erstmal im Leerlauf sehen was passiert. So 10-15 Minuten.
Dann bei erhöhtem Leerlauf, so ca 2000upm, da hast Du ja geschrieben, es "sprudelt"

Dann hast Du auf jeden Fall eine Ausgangsbasis.
Anschließend würde ich mir einen alten Staubsauger zurechtmachen. Ja lacht nur. Den Schlauch würde ich mit
was weissich Klebeband am Öleinfüllstutzen dicht festpopeln. Jetzt wäre es praktisch eine über einen Dimmer
regelbare Steckdose zu haben, oder der Staubsauger hat eine Saugkraftregelung.
Nun auf kleiner Stufe bei laufendem Motor absaugen und schauen was passiert.
Ändert sich am Ölstrudel nix, liegt Dein Problem nicht am Blowby.
Das liest sich jetzt etwas abenteuerlich, aber, nur versuch macht klug.
Eine andere Alternative ist, Du hast ein Barometer. Die sind meistens hinten wie ein kleiner Topf, welcher
in ein Holzbrett gesteckt ist. Nun bastelst Du Dir einen Aufsatz für die Öleinfüllöffnung. Nun kannst Du messen was in Deinem Motor los ist. So ein Ding ist die beste Lösung, weil Du dann sehen kannst was los ist.
Das Ding ist wirklich unbezahlbar falls Du ein blow by Problem in Deinem Motor haben solltest.
Überall Schläuche und Entlüftungen anbringen ist stochern im Dunkeln. Sehen zwar meist gut aus, aber, naja, das Ergebnis ist in erster Linie Zufall. Weil, ich sags nochmal, wenn alles richtig gemacht ist, braucht es keinen Simmerring und keine 3-15 Zusatzentlüftungen. 2 reichen auch icon_rolleyes.gif

Gruss
Roland


http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG