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Thema mit vielen Antworten

Das weisse Grauen


Autor Nachricht
Verfasst am: 23. 09. 2016 [08:26]
Heinz
(Wirges)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1254
....das meiste davon hat aber nichts mit deinem Problem zu tun. Es ist nur bei einem leistungsgesteigerten Motor für die Laufeigenschaften und die Leistung relevant. Werksfrische Standard - Motoren waren auch nicht perfekt.......
Was ist denn mit den Wasserbohrungen die so extrem exzentrisch (Foto) sitzen. Da könnte ich mir auch eine Ursache des Problems vorstellen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.09.2016 um 08:28.]

Gruß Heinz

MG Midget 1500, Bj. 79
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Verfasst am: 11. 10. 2016 [11:28]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Hallo Heinz

ja, natürlich, nur habe ich halt grad noch einiges mehr entdeckt, und wenn schon alles auseinander ist, dann halt, gell......

Das Wasser im Oel ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch den nicht plan geschliffenen Block und den ebenfalls nicht planen Kopf entstanden. Der Kopf war mit dem vorgeschriebenen Drehmoment und mit ARP-Bolzen montiert, da war nix. Die Kopfdichtung war eine moderne, sie hat möglicherweise gegenüber der alten Bauweise von Kopfdichtungen und deren höheren Toleranz mit dazu beigetragen, dass das Wasser in den Brennraum und von dort an den Ringen vorbei ins Oel geriet. Die Kohleablagerungen um die beiden mittleren Zylinder sind verrätersich. Die dezentrale Bohrung könnte auch noch dazu beigetragen haben, je nachdem, wie die Dichtung darum anlag.

Sollte jetzt alles behoben sein - aber eben: sollte. Ich weiss es dann nach ein paar hundert Kilometer besser icon_cool.gif

Danke allen für die Kommentare!!

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 23. 08. 2017 [21:08]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Wie wenn ich's geahnt hätte: "sollte" ist eben Konditional.....

Nun: nach all den Bemühungen war das Resultat vor etwa drei Wochen exakt dasselbe: weisse Scheisse überall!!!! Herrgott nochmal, nimmt das denn GAR kein Ende hier?.....

Nachdenken hilft nix, also Kopf wieder ab und nochmals zum Abdrücken. Warum? Weil ich nach der ersten Korrektur am Kopf kein erneutes Abdrücken in Auftrag gegeben hatte (war klar mein Fehler) und es nun also nicht 100%ig klar war, ob der Kopf nicht doch n'Riss hat.

Nach der neuerlichen Zerlegung des Kopfes ist nun aber ganz klar: der Kopf ist sauber!
Ergo liegt bei mir ein seltener Fall von einem undichten Motorblock vor. So ein Käse!

Nun hab ich grad noch was gelernt, was eigentlich wichtig gewesen wäre für die Analyse, woher das Wasser im Oel kommen könnte. Im Zylinderkopf ist der Oeldruck ziemlich hoch, das heißt, dass bei einer Undichtigkeit eher das Oel ins Wasser gelangt als umgekehrt. Im Block jedoch ist der Wasserdruck höher als der Oeldruck. In meinem Fall war zwar der abgesenkte Pfropfen im Kopf ebenfalls Ursache für das Wasser im Oel, aber eben nur teilweise. Da ich aber erst nach etwa 300 km das erste Mal den vielen weißen Schlamm sah, ging ich von einer Kumulierung aus - in Tat und Wahrheit liegt aber ein grösseres Leck im Block vor, wohl seit Beginn!

Momentan wird grad abgeklärt, wo der Durchbruch ist, und dann weiß ich, ob ich es flicken kann oder nicht.

Update folgt.....icon_cool.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 24.08.2017 um 10:53.]

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 24. 08. 2017 [11:06]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Beiträge: 527
.....und wie's halt grad so läuft, hatte ich soeben den unschönen Anruf vom Freundlichen: Block ist im Stösselkanal durchgebrochen - kann man nicht flicken.

Was für n'Sch........

Durchatmen. Tief durchatmen.

Next step: Ersatzblock suchen. Uffff....

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 05. 09. 2017 [14:14]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
kurzes Update an dieser Stelle: Eine Reparatur scheint DOCH möglich!!

Nach Rücksprache mit einem renommierten Schweizer Motorenbauer wird dieser nun versuchen, die Stösselkanäle mit Bronze-Büchsen zu versehen und so den Motorblock zu retten. Beim Abdrücken des Blockes wurde klar, dass der Guss in den Kanäle porös ist und an zwei Stellen Wasser reindrückt. Der Motorenbauer wird nun versuchen, die beiden Kanäle auszubohren (sie stehen übrigens scheinbar nicht genau senkrecht, sondern um 2.5 Grad geneigt) und wird dann prüfen, ob genug "Fleisch am Knochen" bleibt, um die Büchsen zu setzen. Wenn ja, dann lass ich gleich den ganzen Block büchsen, ich hab genug vom ständigen Ein- und Ausbau und Rumprobieren.....

update folgt.....

PS: ich versuch das jetzt mal so, da ein Ersatzblock (nach der Beschaffung) zuerst aufgebohrt, geschliffen, die Kurbelwellengasse gebohrt und das Mittellager mit 4 Schrauben gesetzt und die Nockenwelle neu gelagert werden müsste - alles nicht gratis. Und langsam wird's richtig teuer hier, gopfridstutz!! (helvetisch für "verd...... nochmal"icon_redface.gif)

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 06. 09. 2017 [18:54]
oldi-fan500
(Allgäu)
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Beiträge: 879
Hallo Jan,

ich lese hier seit geraumer Zeit mit Bedauern von deinem Schicksal.

Eine Unklarheit habe ich zu deinen Aussagen über die Öl- und Wasserdruckverhältnisse.
Ist es nicht so, dass im Zylinderkopf kein Öldruck besteht, außer in der Steigleitung vom vorderen Hauptlager und in der Kipphebelwelle. Das dort austretende Öl läuft dann drucklos über die Stößelbohrungen zurück in die Ölwanne.
Der durch das erhitzte Kühlwasser und den Kühlerverschluß erzeugte Wasserdruck müßte doch in Kopf und Block gleich hoch sein, weil es sich um ein geschlossenes System handelt? Korrigiere mich!
Ich habe es selber erlebt, wie unter Druck stehendes Kühlwasser über eine undichte Kopfdichtung den Weg in die danebenliegende Ölbohrung gefunden hat.

Grüße und kostengünstige Lösungen
wünscht
Michael

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.09.2017 um 19:01.]
Verfasst am: 11. 09. 2017 [12:10]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Michael, danke fürs Mitgefühl!

Du hast Recht, ich hatte das falsch verstanden, als man es mir erläuterte.
Der Wasserdruck ist ein Vielfaches höher als der Druck im Oelkreislauf.
Danke für Deine Bemerkung!

Jan


Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 11. 09. 2017 [13:14]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
So, Männers, nun kommen wir hier zum Abschluss, leider leider:

Es hat sich herausgestellt, dass mein Block in den Stösselkanälen, auf Höhe der auf Mass geschliffenen Stösselstangen"lager", Risse aufweist, also kein Rostfrass wie angenommen.

Diese könnte man theoretisch aufbohren und mit Büchsen versehen. Aber es stellte sich noch mehr heraus, was ich nicht fotografieren konnte, deshalb hier die genaue Beschreibung:
Man drehe den Motorblock um, so dass man von der Nockenwelle her in die Stösselkanäle blickt.
Beim Abpressen zeigte sich, dass die beiden Stösselbohrungen, die links und rechts vom mittleren Nockenwellenlager angesiedelt sind, die leckenden Risse aufweisen. Beim ganz genauen Hinschauen (gar nicht so einfach) ergab sich aber, dass der eine Riss ins mittlere Nockenwellenlager weitergeht, also quasi von der geschliffenen Bohrung durchgängig ins NW-Lager ist. Das lässt sich nur mit grossem Aufwand beheben, und ob da noch weitere Schwachstellen vorhanden sind, die während des zukünftigen Betriebes zu Problemzonen "auswachsen" würden, wissen wir nicht, ist aber wahrscheinlich.

Das bedeutet den endgültigen Exitus des Blockes, und das ist - gelinde gesagt - äusserst ärgerlich.

Lehre draus? Bei Motoren, die man nicht kennt bzw. von denen man nix näheres weiss: Abdrücken, und war beide Teile. Kostet, aber bewahrt für üblen Geschichten - siehe oben.

Nun muss ich mir einen günstigen Block besorgen, den ich dann zuerst wieder prüfen werde, bevor wiederum die Zylinderbohrungen gemacht werden und die obere Kante geplant wird, die Kurbelwellengasse neu geschliffen und das mittlere Kurbelwellenlager mit den zusätzlichen Bohrungen gesetzt wird.

Ich hoffte mal darauf, dieses Jahr fahren zu können - aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt....icon_cool.gif

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 11. 09. 2017 [14:31]
Bernd
(Dortmund)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1550
Hallo Jan, das sind keine guten Nachrichten.
Wenn Du an meinem Motor noch interressiert bist, meine Mail Adresse hast Du.

Gruss
Bernd

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Verfasst am: 11. 09. 2017 [16:16]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
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Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Bernd, melde mich.

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.