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Thema mit vielen Antworten

Lambda-Sonde - Grundsatzfrage


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Verfasst am: 07. 11. 2016 [13:02]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Leute, ich hab da grad so n'Gedanke ghabt:

Gewisse von uns nutzen eine Lambda-Sonde, um die Einstellung der Vergaser vorzunehmen.
D.h. wir schnuppern mit der Sonde im Abgas und schliessen daraus, dass etwas an den Vergasern nicht stimmt oder eben alles in Ordnung sei.

Dazu herrscht die Meinung vor, dass die Sonde NACH der Zusammenführung der Abgase, also dort, wo der Kollektor nur noch 1 Rohr ist, erfolgen soll (siehe Thread "1275er Tuning, Seite 20). Der Grund ist m.W., dass wir durchmischte Abgase messen wollen, weil diese ja hinten gemischt rausgepustet werden. Ganz so, wie das beim modernen Auto gemacht wird.

NUUUUUR: beim modernen Fahrzeug wird elektronisch jeder Zylinder sparat angesteuert bzw. das Gemisch aufbereitet, und es wird Zylinder-individuell eingegriffen..

AAAber: Wir können doch gar keine Rückschlüsse auf die einzelnen Vergaser nehmen, wenn wir die gemischten Abgase messen, weil bei uns ja die Rohre immer sowohl vom Vergaser A als auch vom Vergaser B Abgase führen (siehe "1275er Tuning, Seite 20).

AAAlso: Wäre es dann nicht besser, man würde die Abgase mit zwei Sonden messen, die VOR der Zusammenführung in den dünnen äusseren Rohren des (Nachrüst)Kollektors angebracht wären, weil man damit quasi je einen Vergaser isoliert messen würde? Wäre das nicht genauer und würde Rückschlüsse auf die effektive Arbeit jedes einzelnen Vergasers ermöglichen?

OK, wir wissen dann nix über die Verbrennung in Zylinder 2 und 3, was auch nicht soooo doll ist, weil genau diese beiden die heissen Zylinder sind (weniger Kühlwasserumströmung), aber das wissen wir bei der 1-Sonden-Technik mindestens genau so wenig.


So: stimmen diese Überlegungen?
Und: wenn ja: bringt's was?

Meinungen? Wissen?.......icon_eek.gif



Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 07. 11. 2016 [14:42]
GelbeGefahr
(Nochern)
Dabei seit: 06.02.2010
Beiträge: 427
oder Du rüstest um auf einen Einfach-Vergaser icon_lol.gif

Mit der Siamkanaltechnik im Kopf gibt es m. E. nur exakte Werte wenn einzeln an Zyl 1 und 4 gemessen wird, so hast du jeden der Zwillings-Vergaser erfasst, wie Du schriebst. Beim Mittelausgang (Zyl 3 und 4) hast du zwangsläufig Mischwerte. Man kann ja alles auf die Spitze treiben, ich würde den Aufwand nicht machen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.11.2016 um 14:44.]

Schöne Grüße
Gerd

It's not leaking oil, it's sweating power!
Verfasst am: 07. 11. 2016 [15:42]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3513
Hallo Jan,

grundsätzlich hast Du recht. Aus dem Grund ist es wichtig, den Düsenunterstand mit eine Schieblehre zu messen und als Anfangswert gleich einzustellen. Veränderungen an den Düsen dann immer an beiden Vergasern gleichartig vornehmen. Sicher ein kompromis, aber das ist das Leben auch. Bei mir zumindest. Obwohl, der grad immer kleiner wird. Zusätzlich hatte ich noch die Abgastemperatur mitgemessen. Das hatte aber keine ausagevollen Werte geliefert weil zuviel Wind unter der Motorhaube weht. Die Thermofühler waren aufgeklebt, es gibt aber auch welche die man wie die Lambdasonde über Einschweismuttern in den Abgasstrom setzen kann. Da es aber mit der Lamda Sonde so excellent funktioniert, war mir der Aufwand dann aber einfach zu viel.
Bei der Sonde ist es wichtig, dass es eine Breitbandsonde ist. Nur damit lässt sich exakt messen.
Die preiswerten Systeme sind in der Regel mit einer Sprungsonde ausgerüstet. Also zu fett, oder zu mager.
Eine Breitbandsonde misst sehr genau mit einer Auflösung von 2 Stellen hinterm Komma.
Alles andere ist im Kaffeesatz lesen und zu ungenau.

Gruss
Roland


http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 07. 11. 2016 [18:39]
DieterB
(Wedemark)
Dabei seit: 20.09.2012
Beiträge: 566
Hallo Jan,

entweder Mischung messen (siehe Antwort zu Tuning) oder bei zwei Vergasern tatsächlich in die beiden äußeren Krümmer je eine Sonde (oder zumindest einen Einschraubflansch) einbauen.
Meine Empfehlung ist jedoch definitiv die Einfachvergaserversion, sieht zwar unspektakulärer aus, hat aber viele viele Vorteile - u.a. die Einstellungseinfachheit.

Grüße
Dieter
(Grüße von meinem Weber (Midget) und Einfach-SU HIF44 (Mini))

MG Midget MK III, Bj. 1972, Ashley Hardtop
MGB GT V8, Bj. 1975, Mini Van, 1982
Lotus Elan +2S Bj. 1969 (im Aufbau)

Ideen sind nicht gefährlich, solange sie keinen Nährboden finden in einer Erde, die tiefer ist als der Geist.
(John Steinbeck)
Verfasst am: 07. 11. 2016 [19:25]
Holger
(Lengerich)
Dabei seit: 24.06.2010
Beiträge: 541
Erst per Lambdasonde einstellen
und anschließend die Zündkerzen miteinander vergleichen.
Ich messe nach dem Fächerkrümmer und habe meinen Weber damit bedüst.
Beim anschließen der Lambdasonde an die Heizung denken,
diese heizt die Sonde auf ca.300Grad und verbraucht ca.60Watt.
Mit einem Digitalmultimeter kann man während der Fahrt einen mV Wert ablesen und in einer Tabelle den Wert vergleichen, somit hat man CO Gehalt bzw den Lambdawert.
Oder eines der Digitalen Zusatzinstrumente einbauen.
Meine Idee wäre es eine alte Tankanzeige mit Drehspule als Lambdaanzeige zu verwenden,
das Signal verstärken und über die Tankanzeige ablesen, bei älteren Fahrzeugen könnte man dann
mit einem Schalter zwischen Tankanzeige und Lamdanzeige umschalten ohne das Armaturenbrett umzubauen.
Grüße Holger Hermann


Verfasst am: 07. 11. 2016 [20:40]
jagdoc
(Unna)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1253
Hallo Abgasmesser,

die Messung im Stand ist eine Sache, die wahre Messung ist aber unter Last und Beschleunigung, da sieht man erst die Abmagerung unter Vollast. Je nachdem wie der Motor so gebaut ist, kann die Abmagerung unter Vollast den Motor auch killen. Ich habe 2 SU-HS6 und messe in den beiden äusseren Abgaskrümmern, kontrolliere auch das Kerzenbild und stelle die Vergaser nachher ein.
Ich weiss, dass Roland auch bei Fahrten im Gebirge laufend misst und das Gemisch nachreguliert. Das geht mit den SU-Vergasern, aber leider nicht mit den Weber-Vergasern, hier muss man die Düsen auswechseln.


Bastlergrüsse

Ulrich


 
Sprite MK I ' 60,
Jaguar X-Type Estate
TVR Chimaera 400
Verfasst am: 10. 11. 2016 [13:13]
Heinz
(Wirges)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1255
....wie sind die bloß früher klar gekommen und haben standfeste Leistungen jenseits der 100PS geschafft?
Ich weiß, früher hatten wir noch einen Kaiser und alles war aus Holz.... icon_wink.gif
Ich bin nicht gegen Modifikationen!!!!!!

Gruß Heinz

MG Midget 1500, Bj. 79
Austin Healey Sprite MK l, Bj. 59
Austin Healey Sprite MK l, Bj. 60 under construction
Rover P6 3500, Bj. 69
Verfasst am: 10. 11. 2016 [16:09]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3513
Heinz schrieb:

....wie sind die bloß früher klar gekommen und haben standfeste Leistungen jenseits der 100PS geschafft?
...........


Hallo Heinz, das ist ganz einfach. Früher hatte jedes Kind Ahnung von Vergasern. Sogar Frauen. Ich kann mich erinnern, das muss so '75 herum gewesen sein. Jutta fährt mit Ihrem Mini zur arbeit, Motor kotzt, also rechts ran,
Vergaser zerlegt, wieder zusammengebaut, alles gut und weitergefahren. Morgens pressierts ja in die Firma, da muss die Karre anständig laufen.
Also, noch viel früher, in den 20gern, wussten die bei SU schon über stöchiometrische Verhältnisse und haben bei der Profilermittlung der Düsennadeln sehr genau gewusst was sie machen. Ist ja nicht einfach für die verschiedenen Motoren das hinzukriegen. Ist im Skinner Unions Buch schön beschrieben.
Aaaaber, der größte Unterschied ist das Benzin. Das war früher bei weitem 'besser' als heute. Und billiger wars auch noch. Früher war die Indikation ob fett oder mager viel viel ausgeprägter weil das TEL entsprechende Ablagerungen auf den Kerzen hinterlassen hat.
In den 70gern habe ich im Mini eine Verdichtung von 13:1 gefahren. Das ist heute ohne modernes Motormanagement nicht mehr möglich. Heute fahre ich nur noch 12:1

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 10. 11. 2016 [16:43]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3513
Heinz schrieb:

.. und haben standfeste Leistungen jenseits der 100PS geschafft?
.........


Ist mir noch was dazu eingefallen. Heinz, das ist ganz einfach. Früher gabs gescheites Zeuch. Versuche mal heute Vanderwell 3-Stoff Pleuel-Lager zu bekommen. Du verzweifelst. Wobei jenseits der 100PS standfest damals auch im 1275 nur mit +60ger Übermaß zu machen war. Im 1000nder Oselli Rennmotor waren damals knapp unter 100PS.
Nach einer Rennsaisonn war der aber durch. Also nach ca 500-600 KM. Das hieß dann, Sitzbank ausm Mini raus, alten Motor hinten rein, Klamotten und Schlafsack drüber, Richtung Oxford, Motor über diverse Grenzen schmuggeln und dann wieder zurück. Jedes PS hat damals ca 10 Mark gekostet, also 5€.
Noch was fällt mir ein, wir konnten am Wochenende 1000 KM fahren durchmachen, also ich meine, durchschrauben, zwischendurch Rennen fahren und Montags zum schaffen gehen. Und es tat danach nicht mal das Kreuz weh. Heute reist man Donnerstags an, übernachten im Hotel, Montags gehts heim. Dienstags ist "Rücken".
Siehst Du, früher war doch vieles besser icon_razz.gif

Gruss
Roland


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.11.2016 um 16:45.]

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 10. 11. 2016 [19:58]
jagdoc
(Unna)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1253
jaja früher war alles besser??
ich erinnere mich noch gut eine Begebenheit aus meiner Autofahreranfangszeit: Vor mir blieb ein Ford Taunus stehen. Dann stieg eine mittelalterliche Dame mit einem Hammer aus diesem Auto aus,öffnete die Motorhaube und schlug anschliessend irgendwie in den Motor mit dem Hammer. Haube zu, Motor anlassen, Auto fährt. Heute weiss ich, dass sie auf den Anlasser "geklopft" hat, der sich verklemmt hatte. Damals brauchten wir keinen ACDC.
So ähnlich war es bei den diversen Alpenrallyes, die ich mitgefahren bin. Gefahren wurde 7 Tage, nachts wurde geschraubt(auch mit einer Flasche Chardonney). Ab 1500 Höhenmeter wurden spätestens die SU Vergaser fetter (nach Gefühl, Gehör und Kerzenbild) gestellt und weiter gefahren, ohne Lambda-Sonden.
Ein XK 120 konnte auch mit nicht immer 6 Zylindern 3500 km mitfahren.
Als ich dann ausgestiegen bin, fuhren die Teilnehmer nur noch 4 Tg., 3 Tg wurden für das Schrauben eingeplant. Dafür kostete die Alpenrallye etwa das Doppelte.
Tempora mutantur.
@ Heinz
es gab schon immer Mini-Motoren mit ca 140 PS, aber die hielten vielleicht 3 Veranstaltungen und kosteten etwa 20000 Euro. Wer es hatte, der fuhr vorne mit.
C'est la vie.

Ulrich














[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.11.2016 um 20:00.]

 
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