Thema mit vielen Antworten

Vorgehensweise um Bremsankerplatte zu wechseln


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Verfasst am: 21. 04. 2010 [20:56]
JosefEckert
(Pfaff)
Dabei seit: 04.02.2010
Beiträge: 3028
Peter,
Ich geb Dir natürlich Recht.
Mir ist es nur aufgefallen, da ich die Achskonstruktion einfach genial finde. Sie ist so simpel, aber funktioniert wunderbar.
Gruß
Josef
Verfasst am: 21. 04. 2010 [21:04]
JosefEckert
(Pfaff)
Dabei seit: 04.02.2010
Beiträge: 3028
Henrik,
Nitrieren ist doch eine reine Oberflächenhärtung durch Strukturveränderung der Metalloberfläche und hilft soviel ich weiß nicht die Stabilität zu verbessern. Das Nitrieren verhinder doch nur das "Einlaufen" bei Gleitlagern an Nocken etc. oder liege ich da falsch?
Ich verstehe auch nicht wie eine Härtung die Bruchgefahr verringern soll. Ich dachte immer je weicher desto besser. Harter Stahl bricht doch viel leichter als weicher, der sich ggf. verbiegt aber nicht bricht.
Da kennt sich aber sicherlich Peter viel besser aus.
Gruß
Josef
Verfasst am: 21. 04. 2010 [21:24]
mgm-grand
(Hamburg)
Dabei seit: 07.01.2010
Beiträge: 2444
Moin Josef,

ja, das ist jetzt die Frage in welchem Moment bzw. wodurch die Achse abgeschert wird: durch das Drehmoment, dass auf die Achse, die schon in Bewegung ist, drückt oder die Kraft, die die Achse erst in Bewegung setzt?

Ich hatte zum letzten Eifel Rennen eine Achse für einen Jaguar MKII mit im Gepäck, nachdem mich ein Hilferuf ereichte. Auf der Nordschleife sind die Kanntsteine einfach zu hoch. icon_lol.gif

Als ich die abgeliefert habe ergab sich natürlich zwangsweise das Gespräch, wie man die Haltbarkeit verbessern könnte und da kam von 2 Seiten die Empfehlung "selber drehen" und "nitrieren". Ok, das selber drehen lassen wir mal, aber ggf. würde ein nitrieren der originalen schon helfen. Denn sollte das abscheren im Moment erfolgen in dem die Achse sich erst in Bewegung setzt, würde die erhöhte Oberflächenspannung die Kraft auf die Achse verteilen, oder? (

*wiewardasnochmitdenKorngrenzenundkristallen*

Ich glaube ich muß mal in den Aufzeichnungen aus meinem Studium nachschauen...

...Peter, was sagst du dazu. greif doch mal hinter dich. auf dem Kühlschrank hast du doch bestimmt noch dieses Endstück deiner Steckachse liegen!

Gruß
Henrik



MG Midget MKIII RWA RHD Bj. '72 (aqua/schwarz), 1275er,
175/70R13 auf 5x13 SCP Minators, Holz Moto-Lita, U-Bügel.

Kluger Spruch zum Abschluss: Die Leute kaufen Autos, die sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.
Verfasst am: 21. 04. 2010 [21:38]
peteran5l
(Bremen)
Dabei seit: 17.01.2010
Beiträge: 4466
Danke für das Vertrauen im Bezug auf Stahlfragen. Aber Oberflächenbehandlungen bringen in diesem Fall nix wie schon geschrieben.
Das Thema ist aber auch so komplex das hier Ing. Wissen gefragt wäre. Wen es interessiert kann ja mal bei Firma Tandler ( Zahnradfabrik in Bremen mit gutem Ruf) nachfragen. Einfacher und preiswerter ist es, auf die für leistungsgesteigerte Fahrzeuge hergestellten Steckachsen von den einschlägigen Teilelieferanten zurückzugreifen. Ich glaub Peter May bietet auch welche an. Aber die halten sich alle zurück wenn es um Angaben zur Stahlsorte geht. Da wir in der Werkstatt nur den guten alten St 37 Stahl ( und so heißt der heute auch nicht mehr) verarbeiten, maximal noch Steinmetz und Bildhauermeißel zum Ausschmieden bekommen, ist das bei uns mehr Versuch und Fehler. Ist das jetzt ein Wasser oder Ölhärter? Erwärmen auf kirschrot und dann abschrecken? Anlassen strohgelb?
Das Thema ist so komplex, also glaubt nicht das Ihr Eure serienmäßigen Steckachsen verbessern könnt.
Wer mehr PS hat sollte sich die angebotenen einbauen.
Auch schon mal abgeschert
Peter


The older I get the more I realize no one has any idea what they actually doing and everyone is just pretending.
Verfasst am: 21. 04. 2010 [21:50]
peteran5l
(Bremen)
Dabei seit: 17.01.2010
Beiträge: 4466
Verdammt, Henrik, woher weißt Du das mit dem abgedrehten Stück auf dem Kühlschrank? Stimmt, es liegt dort immer noch. Frei nach dem Motto: hier kommt nichts weg. Was ich da sehe ist ein Ermüdungsbruch. Ich würd das mal so interpretieren: auch damals schon aufs Geld bei der Fertigung geschaut und, D. H. möchte mir verzeihen, einfach minderwertiges Material genommen. Zack, so einfach ist das.
Bin morgen mit einem Metallrestaurator in einem Bremer Museum verabredet. Vielleicht weiß der mehr.
Metallurgische Grüße
Peter

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Verfasst am: 23. 04. 2010 [11:08]
Roland
(Holzgerlingen)
Themenersteller
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3489
Hallo Männers,

ich glaube das Problem an den Steckachsen sind die Mitnehmereinfräsungen. Da ist ne relativ scharfe Kante und auch das Gegenstück hinterlässt so seine Spuren in der Steckachse. Der Ursprung von einem Bruch ist oft eine Kante oder ein scharfes Eck. Ich habe jetzt noch keine gebrochene Steckachse gesehen, könnte mir aber gut vorstellen, dass die Verzahnung da mitspiehlt. Wenn das so wäre, würde Oberflächenharten schon etwas zur Standfestigkeit beitragen. Ein Bild habe ich mal gesehen, da war die Steckachse im letzten Zentimeter von der Verzahnung verdreht. ca 1-2 mm.

Gruss

Roland

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 23. 04. 2010 [12:37]
Roland
(Holzgerlingen)
Themenersteller
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3489
JosefEckert schrieb:
Mir ist es nur aufgefallen, da ich die Achskonstruktion einfach genial finde. Sie ist so simpel, aber funktioniert wunderbar.
Gruß
Josef


Hallo Josef,
jetzt da ich das mal auseinanergebaut habe stimme ich Dir zu. Wirklich einfach. Allerdings werden alle Kräfte welche auf das Hinterrad wirken, von diesem einen Kugellager aufgenommen. Ein Grund für mich, für das Radlager nie ein "no Name" Kugellager zu verwenden. Kennt jemand die genaue Größenbezeichnung für das Lager? Ich will mir eines oder zwei hinlegen, für den Fall der Fälle. Wenn ich nicht wüsste dass es so gut funktioniert und es nicht von BMC kommen würde, würde ich sagen, gewagte Konstruktion icon_razz.gif

Gruss
Roland

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 23. 04. 2010 [13:15]
JosefEckert
(Pfaff)
Dabei seit: 04.02.2010
Beiträge: 3028
Hallo Roland,
mit dieser Konstruktion fahren auch die großen Healeys und die haben damals auch die Strapazen einer Liege-Rome-Liege überstanden mit serienmäßigen Lagern, und haben sie sogar mal gewonnen.
Aber ein Ersatzlager weglegen schadet sicher nicht. Dann braucht man es auch nie (meine erfahrung).
Gruß
Josef
Verfasst am: 23. 04. 2010 [15:04]
Roland
(Holzgerlingen)
Themenersteller
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3489
Hallo Josef,

das ist bei den großen Healey's auch so gemacht? Heomann. Bei strammer Kurvenfahrt kommen da ja ziemlich hohe Kräfte schräg auf das Lager zu. Und dann noch durch die Hebelwirkung vom Raddurchmesser verstärkt. Da bin ich mal froh, dass es das Rad Richtung Achse drückt bei Kurvenfahrt. Zumindest die Seite welche die höheren Kräfte aufbaut.
Hoffentlich sitzt meine Jutta am Steuer falls sich so ein Kügelchen ins Freie verirrt und ein Hinterrad verliert. Nein, nein, nicht was Ihr schon wieder denkt. Die ist nämlich da drinn geübt. Die hat das mit Ihrem Mini bei ziemlich speed perfekt ausgesteuert als ich mal vergessen habe die Radmuttern richtig anzuziehen banghead.gif
Die im Auto dahinter haben erzählt, es hätte 2Meter Funken gezogen. Was ich aber als maßlos übertrieben halte. icon_redface.gif
Ja und ich habe mindestens 2 Stunden im Rapsfeld die schöne Alufelge gesucht. Aber Strafe muss sein.

Gruss
Roland

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 23.04.2010 um 15:07.]

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 23. 04. 2010 [17:57]
peteran5l
(Bremen)
Dabei seit: 17.01.2010
Beiträge: 4466
Hallo liebe Gemeinde, wie versprochen hier das Ergebnis mit dem Metallrestaurator im Museum:
Wir waren so ins Gespräch vertieft, daß ich das Steckachsenproblem vergessen hab !!!icon_redface.gif
Aber wir haben auch noch über Metallkonservierung gesprochen und das Zaubermittel heißt scheints OWATROL
Der gute Mann war Jahrelang im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven beschäfigt und schwärmt sowas von dem Zeug. Damit konservieren die dort die Metallteile von Schiffen die im Außenbecken liegen. Also Salzwasser und salzige Luft pur. Ist überlackbar und auch als Verdünner für Lack zu gebrauchen. Natürlich nicht für die Karaossenlackung aber den Unterboden, Radkästen etc.
Aber viele kennen das Zeug hier bestimmt. Ich nur vom Hören / Sagen und werd mich da jetzt mal näher mit beschäftigen.
Konservatorische Grüße
Peter

The older I get the more I realize no one has any idea what they actually doing and everyone is just pretending.
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