Thema mit vielen Antworten

Kupplung sitzt fest


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Verfasst am: 07. 06. 2017 [23:20]
Nils
(Mainz)
Themenersteller
Dabei seit: 15.09.2015
Beiträge: 22
Hallo zusammen,
nach 1,5 Jahren Standzeit sitzt die Kupplung von unseren 65er Sprite (mk3-1098ccm) vermutlich fest.
Bei laufendem Motor lässt sich bei getretener Kupplung kein Gang einlegen.
Der Zylinder unten am Getriebe schiebt nahezu komplett raus und drückt den Hebel, der zur Kupplung läuft in dem Ausschnitt bis auf 2mm nach hinten (Ruhestellung des Hebels im hinteren Drittel).

Mit eingelegtem Gang hin- und her zu Rucken (ich hoffe es ist verständlich was ich damit meine) bringt keinen Erfolg.
Ich würde nur sehr ungerne die Kupplung vor dem Sommer noch auswechseln.

Im Oktober 2015 ließen sich die Gänge problemlos einlegen.
Geberzylinder ist heute morgen neu gekommen (Gegendruck beim Bremspedal war nur bei schnell zurückgelegtem Pedalweg vorhanden). 2mal entlüftet lässt sich das Kupplungspedal auch mit viel Kraft aktuell nicht bis zum Blech durchdrücken.

Hat von euch noch jemand eine Idee oder einen guten Ratschlag? Als letzter Versuch bliebe noch das Auto mit eingelegtem Gang und Risiko der Zerstörung mit Motorkraft loszurucken.

Vielen Dank schonmal und schöne Grüße aus dem Ruhrgebiet!
Nils

Verfasst am: 07. 06. 2017 [23:34]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2809
Hallo Nils,

hast Du schon mal von unten den Gummistopfen an der Getriebeglocke entfernt und nachgesehen, wie das Ausrücklager aussieht und was sich dort tut, wenn jemand die Kupplung tritt? Es könnte ja auch sein, dass das Ausrücklager einfach verschlissen ist oder der Graphitring sogar zerbröselte.

"Nachsehen" geht übrigens gut mit einer Digicam, wenn man durch die Öffnung für den Ausrückhebel in die Glocke hineinleuchtet.

Gruß
Stolli

Nachtrag: Vielleicht ist auch nur noch ein wenig Luft im System, das führt zu den gleichen Symptomen.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.06.2017 um 23:50.]

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

Jeden Morgen muss ich mich entscheiden:
den Sprite oder nicht den Sprite, das ist hier die Frage!
Verfasst am: 08. 06. 2017 [06:44]
Frank-Uwe
(Leiferde)
Dabei seit: 06.02.2010
Beiträge: 405
Hallo Nils,

dieses Problem hatte mein Frosch über lange Zeit nach der Winterpause.
Liess sich nur mit der "brachialischen" Gewalt des Motors beheben, so wie du es zuletzt beschrieben hast. Die Kupplung hat dabei keinen Schaden genommen und ich konnte mehrere Saisons damit fahren.

Erst ein anderes Getriebe mit einer intakten Abdichtung der Getriebeeingangswelle hat das Phänomen verschwinden lassen. Vermutlich hat austretendes Öl aus dem Getriebe in der Pause die Kupplung verkleben lassen.

Mal abwarten, was Andere zu dem Thema zu sagen haben.

Grüße
Frank-Uwe


. . . manchmal fehlen mir zum Schweigen einfach die passenden Worte.
Verfasst am: 08. 06. 2017 [06:58]
Bernd
(Dortmund)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1550
Wenn Du sicher bist, das die Kupplungsbetätigung in Ordnung ist, würde ich es wie Frank-Uwe machen. Motor warmlaufen lassen und dann Motor aus und den 1.Gang rein und dann den Motor mit getretenem Pedal starten. Dabei darauf achten das in Fahrtrichtung genug Platz ist.Bisher hat diese Methode immer geholfen.

Gruss
Bernd

60er Austin Healey Sprite MK I
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92er Hymermobil S 550
Verfasst am: 08. 06. 2017 [10:54]
Nils
(Mainz)
Themenersteller
Dabei seit: 15.09.2015
Beiträge: 22
Danke schonmal - ich werde mich später nach Feierabend nochmal drunterlegen und berichten.

Zuerst schau ich mir das Ausrücklager an und danach dann mit Motorkraft.
@Stolli: Luft im System würde ich ausschließen

Habe von einem Bekannten gerade noch den Tipp bekommen (er hat da Problem des öfteren mal bei alten Treckern), vor dem Hauruck die Kupplung komplett mit Bremsenreiniger einzusprühen, 24h warten - das würde zu der Theorie von Frank-Uwe passen. Ölverklebungen sollten damit ja zu lösen sein.
Spricht aus eurer Sicht irgendwas dagegen oder hat jemand damit schon mal negative Erfahrungen gemacht? Ich kann mir gerade nichts negatives vorstellen.

Ich melde mich mit Neuigkeiten - vielen Dank schon mal!

Gruß
Nils


Verfasst am: 08. 06. 2017 [12:04]
woolfman
(Wien)
Dabei seit: 30.07.2014
Beiträge: 756
Ich wuesste nicht, was dagegen spricht. Bremsenreiniger verdampft. Allerding glaube ich wirst du schlecht an die Kupplungsplatte herankommen. Da spuelst du eher das Fett von den laengsverlaufenden "Zaehnen" der Getriebeeingangswelle herunter...was nicht so gut waere. Auf denen "rutscht" naemlich die Scheibe hin- und her.

LG
Wolfgang

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Verfasst am: 08. 06. 2017 [12:30]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2809
Nils schrieb:

@Stolli: Luft im System würde ich ausschließen


Würde ich nicht. Ich habe seinerzeit mehr als 20 Mal penibel entlüftet, und doch irgendwelche festsitzenden Bläschen nicht herausbekommen. Das war zwar das spätere System mit dem (Einzel-)Kupplungsgeber, das in dieser Hinsicht anfälliger ist, aber dennoch:
Die Erfahrung zeigt, dass häufig noch Luft im System ist.

Mit welcher Methode hast Du denn entlüftet?

Und das mit dem Bremsenreiniger würde ich bei meinem Fahrzeug nicht machen. Zudem müsste der Reiniger ja tief in die Verklebung eindringen, um diese lösen zu können. Gerade Bremsenreiniger dürfte da zu schnell verfliegen.

Gruß
Stolli

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 08.06.2017 um 12:32.]

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

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den Sprite oder nicht den Sprite, das ist hier die Frage!
Verfasst am: 08. 06. 2017 [16:19]
Nils
(Mainz)
Themenersteller
Dabei seit: 15.09.2015
Beiträge: 22
major_healey schrieb:

Nils schrieb:

@Stolli: Luft im System würde ich ausschließen


Mit welcher Methode hast Du denn entlüftet?



manuell mit Entlüfterflasche



Ich melde mich am Wochende, wenn frisches Öl drin ist und ich es brachial versucht habe.


Gruß
Nils
Verfasst am: 10. 06. 2017 [16:57]
Nils
(Mainz)
Themenersteller
Dabei seit: 15.09.2015
Beiträge: 22
Also folgendes:
Die brutale Methode hat nichts gebracht.

Jedoch habe ich jetzt folgendes Phänomen:

Eingelegter Gang, Kupplungspedal getreten -> steht im Getriebe, lässt sich nicht bewegen
Eingelegter Gang, Kupplugspedal nicht getreten -> Fahrzeug lässt sich bewegen

Entsprechend bei laufendem Motor:
Gang einlegen, ohne das Kupplubgspedal zu treten, kein Problem
Beim Kupplung treten, fährt das Auto los -> also funktioniert die Kupplubgsmechanik problemlos, nur genau verkehrt herum.

Weiß jemand Rat?


Nachtrag: Vielleicht hat die brutale Methode doch etwas gebracht, oder die Kupplung war gar nicht fest. Nur habe ich vorher natürlich nicht versucht,einen Gang einzulegen ohne die Kupplung zu treten.

Hier ein Video auf dem man den Nehmerzylinder und das Lager beim Kuppeln sieht.
https://hs-rw.sciebo.de/index.php/s/JRIVWHgEZimtXxl

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 10.06.2017 um 17:45.]
Verfasst am: 10. 06. 2017 [18:18]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2809
Hallo Nils,

auf dem Video kann ich nichts Verdächtiges entdecken. Das Ausrücklager sieht gut aus, ich meine auch den Grafitring erkennen zu können, also kein übermäßiger Verschleiß. Ob der Ausrückweg des Stößels groß genug ist, kann man auf Basis des Videos nicht sagen. Wenn da nur 1 mm fehlt (z. B. wegen Luft im System) trennt die Kupplung nicht ausreichend.

Aber da scheint ja ein ganz anderes Problem vorzuliegen, nur welches? Dieses mysteriöse Verhalten des Antriebs kann ich mir nicht erklären. Oder sollte z. B. ein Defekt am Kupplungsautomat vorliegen, der den Kraftschluss zwischen Kupplung/Getriebe und Motorschwungplatte verhindert? Tritt man dann die Kupplung, so kommt es zu diesem Kraftschluss durch den vom Ausrücklager auf den Kupplungsautomaten übertragenen Druck.

Ich befürchte aber, dass Du um einen Motorausbau nicht herum kommst, um die Ursache zu klären und den Defekt abzustellen.

Aber erst mal abwarten, vielleicht findet sich hier doch noch jemand, der so etwas schon mal erlebt hat.

Gruß
Stolli


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.06.2017 um 18:19.]

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