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Was macht Engländerfahren aus?


Autor Nachricht
Verfasst am: 16. 06. 2017 [01:10]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 469
So Leute, mir ist langweilig hier - alle fahren wohl rum, nur ich nicht, weil ich für 3 Monate nicht zu Hause bin und mein Tuning-Projekt immer noch nicht fertig ist. Deshalb eine kurze Runde "Meta-Blick" auf uns selber.

Wir sind doch alle Fans dieser Autos aus England, ürgendwie. Für mich ist Engländerfahren:

- (meist) einfache, aber sehr oft sehr zweckmässige Technik zu mögen (viellicht mal abgesehen vom Jaguar V12)
- Unzulänglichkeiten, die bereits solche waren, als die Autos neu waren, als "originell" zu sehen, auch fest daran zu glauben, dass die Ingenieure was bestimmtes dabei dachten (auch wenn's eigentlich bloss Spardiktat war...)
- skurile Formen beim Treffen mit Italiener-Fahrern zu verteidigen, auch wenn's eigentlich totaler Unsinn is.

und eben auch wie die Briten:

- über sich selbst zu schmunzeln (das können wir Teutonen nicht soooo gut, sollten aber, das Leben wäre leichter), denn das können die Briten wie niemand sonst, mindestens bis vor dem Brexit
- zu glauben, früher wäre alles besser gewesen (DESHALB wohl der Brexit icon_cool.gif)
- oder schlechtes Wetter bis zu einem gewissen Grade zu ignorieren bzw. bei Windstärke 10 trocken-locker-flockig zu sagen: "it seems to be rather windy today, so we might stay home, but who the hell cares!"


Und, was ist es für Euch?

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 16. 06. 2017 [19:53]
ragnar
(Wunstorf)
Dabei seit: 09.01.2010
Beiträge: 3758
Jan,
ich sitze auch auf dem Trockenen, aber ich kann noch schrauben also überleb ichs irgenwie (Lagerschaden)

Warum man einen Engländer fährt?
eigentlich muss man vollkommen verrückt sein solche zum Teil rückständigen Autos zu fahren.
Warum tue ich es trotzdem?
Es ist unerklärlich, es macht einfach Spaß mit diesen von vornherein schon vorhanden Unzulänglichkeiten zu leben. Es hat was damit zu tun das diese Autos einfach nicht perfekt sind. Perfektionimus ist nicht mein Ding es ist langweilig.
Gutwillige nennen die Macken unserer Autos Charakter. Das Styling verschroben.
Wenn ich mir so anschaue, welche Autos ich noch so mag dann weiß ich, dass es nicht die perfekte Shönheit eines Jaguar E ist die ich brauche. Ein Ami 6 steht mir näher oder alte Land Rover, R4, Enten, Morris Minor,
Ich erklär keinem Italiener das Styling meines Frosches. Ich empfinde sein Auto meistens als zu glatt obwohl so eine Giulia .... Kuck sie dir an, nein die ist nicht klassisch schön.

Die Briten an sich sind auch verschroben sagt man, ich habe eingie kennen gelernt, die sind so.
Monty Phython aus Deutschland wird es nie geben, oder die Adams Familiy da fehlt uns was. Humorlos sind wir aber auch nicht. Man muss nur nicht immer eei Gassenauer suchen. Nehmen wir Loriot oder Heinz Erhardt.

Dann gibt es da noch einen Franzosen Monsieur Hulot macht Ferien oder Mon Oncle. Bestimmt auf You Tube zu sehen. Das vertreibt dir auch die Langeweile.

Schöne Grüße

Ragnar




Nicht Original aber ein Original
Austin Healey Sprite 1958
Motor 10CG
Getriebe 9CG
+ an Masse
Verfasst am: 16. 06. 2017 [20:07]
Holger
(Lengerich)
Dabei seit: 24.06.2010
Beiträge: 485
Hallo Jan,
Ich hatte als erstes Fahrzeug einen Austin Mini, der war 14 Jahre, somit bin ich ans schrauben gekommen.
Der Mini hatte 998 ccm und 36 PS,in den Werkstattbüchern hatte der 998 ccm 39, 48 oder 55 PS, wo sind meine
restlichen Pferde geblieben ?
Mein Vater hatte einen Austin Sprite BJ 1966, den er immer mal restaurieren wollte, das prägte !
Somit kaufte ich mir später einen Midget.
Mittlerweile hat mein Sohn als Anfängerauto einen BMW Mini, undals Familienauto, statt Golf wegen Skandal
einen Mini Cooper S.
Also komplett infiziert vom Britischen Auto Virus.
Grüße Holger Hermann

Verfasst am: 16. 06. 2017 [20:25]
peteran5l
(Bremen)
Dabei seit: 17.01.2010
Beiträge: 4381
Klassenfahrt nach England 1986...von der Fähre rollten 2 MG TC. Das hat mich infiziert.

Erstes Auto nach dem Führerschein : MG Midget MK 2, danach ein MG A, dann ein MG B GT, dann kam der Sprite MK 1.

Zum TC reicht es immer noch nicht,und die Preise für den Bugatti T 35/37 sind mir weggelaufen.

Bleib ich beim Frosch. ( oder noch mal n Austin Seven Special, die Pläne liegen in der Schublade )

Piet träumt und grüßt


The older I get the more I realize no one has any idea what they actually doing and everyone is just pretending.
Verfasst am: 18. 06. 2017 [14:54]
Bernd
(Dortmund)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1471
Meine Oma, mütterlicher Seite, war Engländerin und ich in den Sommerferien immer dort zu Besuch, das hat mich geprägt und auch heute bin ich min 1mal im Jahr auf der Insel. Die Oma gibt es leider nicht mehricon_cry.gif

Gruss
Bernd

60er Austin Healey Sprite MK I
98er BMW F 650 ST
97er Mini SPI
94er Mini British open in Restauration
92er Hymermobil S 550
Verfasst am: 20. 06. 2017 [16:35]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 469
Schöne Voten!

Über Engländer wird immer wieder gelächelt, bis dann die Leute wissen, dass sie ganz flott gehen, auch wenn die Technik z.T. sehr einfach ist - und eben trotzdem funzt!

Mich begeistern die Formen, weil sie meist einer klaren Liniensprache folgen. Doch sooo falsch war's offensichtlich nicht, man nehme z.B. die Giulia von Alfa mit einer ebenso klaren Linie - heute noch schön, nicht?

Und dann ist da natürlich die gewisse Rauheit, die uns zu Männern macht, so ganz nebenbei. Auch bei Motorrädern aus der Zeit: keine Feingeister, aber schnell und rauh. Hat zwar nicht geholfen (sind ja fast alle tot ((also die Firmen, meine ich natürlich))), aber schön war's trotzdem.

Letztlich machen die Briten selber gar kein grosses Tamtam um ihre Wagen, sie nutzen sie einfach - meistens jedenfalls. Die Bentley-Boys, die mit Ihren sündhaft teuren 8 1/2 Liter Kisten auf Achse nach Le Mans pilgern, sind auf alle Fälle keine Etepetete-Typen, sondern Engländer (sorry: Members of the British Empire)icon_cool.gif

Einfach schön.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 20.06.2017 um 16:36.]

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 20. 06. 2017 [20:17]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3399
Naja, was soll ich sagen. Irgenwie muss man das halt mögen. Vergleichen wir doch mal.

Welches 60ger Jahre Auto unter damals 10000 Deutsche Mark hatte Scheibenbremsen?
Welches 60ger Jahre Auto unter damals 10000 Deutsche Mark hatte 65PS?
Mit welchen 60ger Jahre Autos unter 10000 Deutsche Mark konnte man die Porsche und Mercedes schrecken?
Ich glaube es war 1964, da hatte die Bildzeitung den Mini Cooper S getestet. Die Schlagzeile damals
war: "Ein verrücktes Auto für verrückte Leute." Damals waren die BMC Händler vom Importeur angewiesen,
den Cooper S nicht an jeden Kunden zu verkaufen, sondern nur an versierte und geübte Autofahrer.
Das würde heute für die Daimler, Audi, Porsche Händler auch noch gut zu Gesicht stehen.
Vielleicht ein NSU TTS, der war aber im Serienzustand ne Heckschleuder.
Und vor allem: offen. Was gabs denn damals vergleichbares? Einen Karman Ghia vielleicht, oje, besser nicht.
Fiat 850 Spider, von DKW gabs doch auch einen offenen Zweisitzer, und dann noch aus Fronkreisch
diese Caravelle. Aber obs die für unter 10000DM gab?
Also, das einzige gescheite offene und bezahlbare Auto war eben ein Sprite oder Midget.
Und ist es heute noch icon_rolleyes.gif
hehe

Gruss
Roland

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 20. 06. 2017 [23:52]
MickBremen
(Wildeshausen)
Dabei seit: 28.08.2012
Beiträge: 299
Hallo Jan,

für mich ist das immer wieder "ein kleiner Urlaub". Ich setz mein Basecape auf, hol den Wagen aus der Garage und fahre los.

Ich genieße den Sound, die Geräusche um. mich herum und das Feeling. Dazu die ei fache Technik ohne den heutigen Schnick-Schnack und das Lächeln der Andern über mein lustiges, kleines Auto. Mehr brauchte es damals nicht und heute (eigentlich) auch nicht.

In mir kommt bei jedem Kilometer pure Freue auf! Go Kart fahren nur schöner!

Herzliche ygrüße, Michael

1973er MG Midget MK III RWA
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"SAFETY FAST!"
Verfasst am: 21. 06. 2017 [17:05]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 469
Roland schrieb:

Welches 60ger Jahre Auto unter damals 10000 Deutsche Mark

Roland


Rolli, was hat der Midget anfangs 60iger in Deutschland gekostet? In der Schweiz war er deutlich unter 10'000 CHF, ich glaub sogar unter CHF 6000.-.... Würde mich mal interessieren....

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 22. 06. 2017 [21:32]
ragnar
(Wunstorf)
Dabei seit: 09.01.2010
Beiträge: 3758
Jan,

ein Midget kostetet mit dem 10CG Motor also 62 - 64 8290 DM oder 7950 sfr oder 51.900 Ö.S.
So Stehts bei Hobby.
Ein Peugeot 204 7535 DM oder 8800 sfr oder ne in Österreich gab es ihn gar nicht.

Austin A60 Cambridge 7650 DM 9100 sfr oder 55.600 Ö.S.

Schöne Grüße

Ragnar

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 22.06.2017 um 21:34.]

Nicht Original aber ein Original
Austin Healey Sprite 1958
Motor 10CG
Getriebe 9CG
+ an Masse