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Was macht Engländerfahren aus?


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Verfasst am: 22. 06. 2017 [22:38]
woolfman
(Wien)
Dabei seit: 30.07.2014
Beiträge: 726
ragnar schrieb:

ein Midget kostetet mit dem 10CG Motor also 62 - 64 8290 DM oder 7950 sfr oder 51.900 Ö.S.


Danke für die Preise. Eine Sekretärin hat im Schnitt Ende der 60er etwa 1.500,- ÖS monatlich verdient. Davon konnte man ganz ok leben. Aber ob sich da eine Midget ausgegangen wäre....sie gilt ja immer noch als "girly car"...

Kredite gabs ja damals glaub ich auch noch nicht so einfach ohne jede Sicherheit....

my 2cents...




Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Verfasst am: 23. 06. 2017 [00:45]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 508
Danke Euch - spannender Vergleich mit dem Einkommen einer Sekretärin.... ist heftig, das waren ja fast 3 Jahresgehälter.....icon_eek.gif

stimmt natürlich mit den 7950 CHF - ich hab ja sogar ein originales Showroom-Plakat aus der Zeit mit dem aufgedruckten Preis (das konnte man damals noch machen!).


Mit kam noch was anderes in den Sinn, im Sinne des Titels:

Es gibt ja die Aussage, dass das ideale Auto
a) von Italienern gezeichnet wäre,
b) von Franzosen mit unglaublicher Technik versehen wäre,
c) von Deutschen gebaut würde und
d) von Engländern..... na, das weiss ich jetzt grad gar nicht mehr so genau, Himmel nochmal....icon_redface.gif

Auf alle Fälle hatte m.E. tatsächlich jedes der genannten Länder so seine Richtung:
Ich finde, dass die Italiener im Schnitt schöne Karosserien zeichneten (sogar für Engländer).
Die Franzmänner hatten immer Mal wieder eine gute Idee (leider war die Umsetzung oft Schei.... sorry: schief).
Die Deutschen konnten schon immer gut bauen

und die Engländer waren halt wie schon gesehen eher einfach gestrickt, meist etwas hintennach mit der Technik, aber ehrliche Karren mit durchaus passablem Preis-Leistungs-Verhältnis (ich sag immer: "nicht ungerade"....), bis dann halt eben ein paar Schlafmützen-Manager Weichen verstellten, Gewerkschaften es übertrieben und Arbeiter schlampig arbeiteten - da war's dann vorbei mit dem Glanz der alten (Vorkriegs-)Jahre.

Jan

PS: Mal so über den Maschendrahtzaun gezwickt: Es muss ja kein Lotus sein (sind eh viel zu teuer geworden), so ein Hundeknochen-Escort RS mit Cosi-1600er-16V-BDA-Herz - na! das wär noch was, irgendwie charmant.....

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 23. 06. 2017 [08:24]
Yeti
(Bamberg)
Dabei seit: 06.02.2012
Beiträge: 259
Hallo,

nur mal zum Vergleich:

1962 kostete ein Käfer-Standard 3.900.-DM, ein Opel Rekord P2 7.935 DM.
Ein Midget war kein Schnäppchen, was aber hauptsächlich an den Einfuhrzöllen lag.

Die Sekretärin konnte sich sicher keinen Midget leisten, wenn sie ihn nicht vom Chef geschenkt bekam....

Grüße,
Stephan
Verfasst am: 23. 06. 2017 [12:34]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 700
Roland schrieb:

Also, das einzige gescheite offene und bezahlbare Auto war eben ein Sprite oder Midget.
Und ist es heute noch icon_rolleyes.gif


Stimmt Roland!
so bin ich auch zum Midget gekommen.
Mehr gab der Kassenstand nicht her. Ein Morgan war nicht zu finanzieren, selbst der 1300er Alfa Spider war 5 Mal so teuer wie der MG.
Dass die Unterhalts- und Reparaturkosten auch noch günstig sind, wusst ich damals nicht !
weiss ich aber heute zu schätzen.
Und fahren tut er doch gar nicht mal so übel.
Grüße
Jürgen


“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.

Verfasst am: 23. 06. 2017 [13:53]
woolfman
(Wien)
Dabei seit: 30.07.2014
Beiträge: 726
Yeti schrieb:

Hallo,

nur mal zum Vergleich:

1962 kostete ein Käfer-Standard 3.900.-DM, ein Opel Rekord P2 7.935 DM.
Ein Midget war kein Schnäppchen, was aber hauptsächlich an den Einfuhrzöllen lag.

Die Sekretärin konnte sich sicher keinen Midget leisten, wenn sie ihn nicht vom Chef geschenkt bekam....

Grüße,
Stephan


Das erklärt auch, warum der Käfer so beliebt war - den konnte man sich leisten. Und vielleicht noch einen Ford 12m...


Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Verfasst am: 25. 06. 2017 [11:23]
ragnar
(Wunstorf)
Dabei seit: 09.01.2010
Beiträge: 3819
Hallo zusammen,

der Frosch von heute ist der MX 5.
Aber reden wir über Preise oder warum wir so ne Kiste fahren?
Das sind für mich zwei völlig verschiedene Dinge.
Mein Frosch hüpfte mir nicht wegen des Preises über den Weg.
Er war eh viel zu teuer gekauft, was ich da alles reparieren durfte.
Nein, es war das Gesicht und als er fuhr das Gefühl "Er gehört zu mir ..." Das hat sich in den paar Jahren nur vertieft.. Er ist wie ein zweite Haut.

Schöne Grüße

Ragnar

Nicht Original aber ein Original
Austin Healey Sprite 1958
Motor 10CG
Getriebe 9CG
+ an Masse
Verfasst am: 25. 06. 2017 [13:51]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 508
Natürlich gehts nicht nur um den Preis, höchstens auch.

Auch für mich hats mit dem Charakter des Wagens zu tun, damit, dass mich Bilder meiner Eltern mit ihrem ersten Wagen packten und meine Freude an der britischen Lebensart erwachte, als ich mit 22 die Sprache in Cambridge erlernen konnte. Seit nun fast 25 Jahre ist meine Kleine - die Briten sagen ja 'her' zu ihm icon_razz.gif - mit mir unterwegs und hält mich auf Trab.

Ich hatte immer Mal was zusätzliches, aber ausser bei der Amazone von Volvo bereue ich keinen Verkauf. Geblieben ist Midgie - und das wird wohl noch länger so bleiben, den die Liebe zu diesen Dingern geht für mich über den......nein, nicht Magen....übern Arsch, denn der transportiert ein Fahrgefühl zur Hirnrinde, dass sich nicht erklären lässt: ohne gross den Gasfuss zu heben und nur mit minimalsten Lenkbewegungen durch einen Kreisel zu wetzen, ist einfach geil - sorry für die Vulgärsprache, is aber so.

Happy motoring, folks!

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
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