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Wasser im Öl - weisse Ablagerungen am Öleinfülldeckel


Autor Nachricht
Verfasst am: 30. 06. 2017 [18:57]
Kevin.Dennis.Midget
(Stuttgart)
Themenersteller
Dabei seit: 27.07.2016
Beiträge: 5
wir haben seit dem letzten Jahr einen Miidget Mk III, Bj. 72.

Das Auto läuft inzwischen sehr gut und es macht riesig Spass - waren auch beim Spridget Treffen im Bergischen Land, eine super Veranstaltung! Vor kurzem wurde ein Auslassventil und somit auch die Zylinderkopfdichtung gewechselt.

Allerdings gibt es immer noch Probleme mit den weissen Ablagerungen am Öleinfülldeckel und in dem Ölauffangbehältnis, das als Druckentlasung für den Motorblock und dem Kurbelgehäuse dient. Obwohl mit dem Fahrzeug inzwischen auch größere Ausfahrten unternommen werden, treten diese Ablagerungen auf.

Leider sind wir "Newcomer", absolut keine "Schrauber" und haben bis jetzt nicht allzu viel Ahnung von der Materie!

Vielleicht kann mir der eine oder andere Tipps geben, an was das liegen könnte - ich würde mich sehr darüber freuen!

Viele Grüße
Rainer
Dateianhang

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Verfasst am: 30. 06. 2017 [21:38]
peteran5l
(Bremen)
Dabei seit: 17.01.2010
Beiträge: 4440
Riß im Zylinderkopf ?

Magnaflux Test wär meine Empfehlung.

Piet grüßt

The older I get the more I realize no one has any idea what they actually doing and everyone is just pretending.
Verfasst am: 30. 06. 2017 [22:39]
vauteh
(Ense)
Dabei seit: 05.06.2011
Beiträge: 918
Moinsen!

Gab es die Margarine auch schon vor dem Dichtungstausch? Ansonsten ist da wohl was schief gelaufen. Auf jedem Fall eine schöne Emulsion - wenn auch alles andere als gewollt icon_rolleyes.gif

LG, Volker T.

MG Midget 1500: Hubraum statt Spoiler!
Verfasst am: 01. 07. 2017 [08:34]
oldi-fan500
(Allgäu)
Dabei seit: 07.05.2010
Beiträge: 874
Hallo Rainer,
ich vermute, daß über die Kopfdichtung Wasser ins Öl gelangt. Deshalb 1. Wurde geprüft, ob Block und Kopf plan sind? und
2. Welche Kopfdichtung wurde verwendet?
Ich nehme gerne die billige "Bierdeckeldichtung". Die hält zwar keine zu hohen Temperaturen aus, gleicht aber leichte Differenzen besser aus.
Grundsätzlich: das Kühlwasser steht unter Druck und sucht sich an der Kopfdichtung den Weg zum Ölkanal.
Ciao
Michael
Verfasst am: 01. 07. 2017 [09:51]
DieterB
(Wedemark)
Dabei seit: 20.09.2012
Beiträge: 537
Hallo Rainer,

wurden die Stehbolzen raus genommen und die Ränder der Gewindelöcher angesenkt? Auch da können Unebenheiten herstammen.

Grüße
Dieter

MG Midget MK III, Bj. 1972, Ashley Hardtop
MGB GT V8, Bj. 1975, Mini Van, 1982
Lotus Elan +2S Bj. 1969 (im Aufbau)

Ideen sind nicht gefährlich, solange sie keinen Nährboden finden in einer Erde, die tiefer ist als der Geist.
(John Steinbeck)
Verfasst am: 02. 07. 2017 [08:52]
thomas_1802
(Leinfelden-Echterdingen)
Dabei seit: 08.11.2010
Beiträge: 1587
Kevin.Dennis.Midget schrieb:

Vor kurzem wurde ein Auslassventil und somit auch die Zylinderkopfdichtung gewechselt.

Hallo Rainer,
wurde das in einer Werkstatt gemacht? Dann gehe schnell hin und reklamiere die Reparatur. Auf jeden Fall gehört die Ursache schnell beseitigt, weil Wasser im Öl tut dem Motor nicht gut.

Viele Grüße ... Thomas
Verfasst am: 03. 07. 2017 [01:10]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 507
Siehe im Bereich "Tuning" das Thema "Das weisse Grauen".....

Viel Glück!

Jan

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 06. 07. 2017 [08:02]
Kevin.Dennis.Midget
(Stuttgart)
Themenersteller
Dabei seit: 27.07.2016
Beiträge: 5
Vielen, vielen Dank für die zahlreichen Hinweise zu unserem Motorenproblem bei unserem Midget!
Sobald wir das Problem gelöst haben, werde ich im Forum darüber berichten.

Viele Grüße
Rainer
Verfasst am: 23. 11. 2017 [21:40]
Misterman
(Wendlingen)
Dabei seit: 29.12.2012
Beiträge: 31
Hallo Rainer,

aufgrund des Telefonats und der mir per separatem Email erhaltenen Infos fasse ich mal kurz zusammen, ob ich alles richtig verstanden habe:

1. Entlüftung aus Motorblock (Steuerkastendeckel und Flansch am Motorblock(wo ehemals eine mechanische Benzinpumpe ihren Platz fand))
Diese beiden Entlüftungen werden über Schläuche und Y-Stück zu einem Leitung zusammengefasst, welche im 1. Filtergehäuse endet.
In diesem Behälter sammelt sich eine weisliche Öl/Wasser-Emulsion.

2. Entlüftung vom Ventildeckel in ein 2. Filtergehäuse
Hier schlägt sich im Ventildeckel auch diese Emulsion nieder, im 2. Filtergehäuse ist allerding fast nur Kondensat mit geringem Ölanteil angesammelt.

3. Wie du oben weiter oben schreibst, ist vor kurzem erst ein Auslassventil und somit auch die Zylinderkopfdichtung gewechselt wurde.
Grund für den Wechsel der Zylinderkopfdichtung war der Austausch des Auslassventils.

4. Du führst das Entstehen der Emulsion auf eine nicht korrekte Motorentlüftung zurück und möchtest diese verbessern.


Meine Frage an Dich ist, ob bereits vor dem Tausch der Zylinderkopfdichtung die Problematik mit der Öl/Wasser-Emulsion auch schon bestand?
Ich gehe mal davon aus JA.

Generell stellt sich die Frage, wo das Wasser herkommen kann.
Da gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder a.) aus dem Kühlwasser oder b.) aus Kondensat im Abgas.

Zu b.) Kann eigentlich nur vorkommen, wenn das Fahrzeug nur auf extremen Kurzstrecken bewegt wird, das Abgas nicht nur über den Auspufftrakt, sondern auch an den Kolben vorbei (sog. “Blow By”) durch die Zylinderbohrungen in das Kurbelgehäuse des Blocks strömt und dort aufgrund zu niedriger Temperatur das Wasser als Kondensat aus dem Abgas ausfällt. Dazu müsste allerdings der Motor tatsächlich nicht warm werden dürfen und eine so kurze Fahrstrecke kann ich mir nicht vorstellen. Außer ihr startet den Motor immer mal wieder regelmäßig in der Garage für kurze Zeit, ohne überhaupt zu fahren und stellt ihn nach wenigen Minuten wieder ab. Was allerdings für jeden Motor einen enormen Verschleiß bedeutet. Dies wird sicherlich auch nicht von Euch gemacht, weshalb diese Option nicht Realität sein dürfte und nicht weiter betrachtet wird.

Zu a.) Hier teile ich die Meinung der Forenmitglieder, daß eigentlich nur eine defekte oder nicht korrekt montierte Zylinderkopfdichtung oder ein Defekt am Zylinderkopf selbst in Frage kommt.


Ich hatte dies selber mal an meinem 924 Turbo, wo ein Riss im Zylinderkopf die Ursache war. Hier hatte sich allerdings in umgekehrter Form das Öl aufgrund des höheren Druckes in das Kühlwasser gemischt. Die Emulsion verschlechterte die Wärmeübertragung am Sensor für den elektrischen Kühler, sodaß das Kühlwasser nicht während der Fahrt, aber insbesondere im Verkehrsstau wegen fehlendem Fahrwind und wegen sich nicht einschaltenden elektr. Lüftermotors zum Kochen kam. Das Kühlwasser-Überdruckventil öffnete und es floss immer mal wieder die Pampe in nicht geringer Menge auf die Straße. Und das im Stadtverkehr, wo dir jeder zuschaute. Der blanke Horror. Porsche hat mir dann damals den Kopf abgedrückt und einen Riss festgestellt. Nach Einbau eines neuen Kopfes war alles ok. Aber ich glaube ich habe vorher 3 mal die Kopfdichtung gewechselt.


Wenn also deine Margarine schon vor dem Ventiltausch vorhanden war, tippe ich auf einen defekten Zylinderkopf. Zwar weiß ich nicht, wo Ihr das Ventil erneuern ließt, aber das macht ja nicht jeder. So wie ich euch beim Treffen kennengelernt habe, werdet Ihr sicherlich einen ordentlichen Fachbetrieb aufgesucht haben.
Wie äußerte sich denn der Ventilschaden? Hier ist auch die Frage zu stellen nach Ursache und Auswirkung. Hatte der Ventildefekt eventuell bereits mit Wasser im Brennraum zu tun? Oder hat der Kopf einen Riss bekommen aufgrund gestörter Verbrennung wegen defektem Ventil? Kennt ihr die Ursache des Ventildefekts?

Auf jeden Fall wird die von Dir angedachte Möglichkeit, gegebenenfalls die Entlüftungsfilter zu entfernen und die Schläuche direkt oder über die Entlüftungsfilter zu den Ansaugfiltern der Vergaser zu verlegen, vielleicht das Symptom beschönigen, aber die Ursache nicht beseitigen. Ihr werdet weiterhin Wasser im Schmieröl haben und damit langfristig den Motor ruinieren. So wie die Entlüftungen verlegt sind, muss es “ohne Margarine” funktionieren, sofern der Motor organisch gesund ist.
Warum im 1. Filter Emulsion und im 2. Filter fast nur Kondensat vorhanden ist, lässt sich mit dem Temperaturniveau und den Druckpulsationen der Motorkonstruktion erklären. Wasserdampf steigt hauptsächlich nach oben, sammelt sich vermehrt im Ventildeckel und wird mit den Entlüftungsgasen leichter mitgerissen als Ölnebel, der zur Entstehung höhere Temperatur und mechanische Belastung durch die rotierende Kurbelwelle über die damit verbundenen Turbolenze erhält.

Jetzt ist natürlich guter Rat teuer.
Zylinderkopf runter und abrücken lassen, wobei ich nicht weiß, wer das hier in der Stuttgarter Gegend machen kann. Dass Euch irgendjemand einen Leihkopf zur Verfügung stellt, wäre möglich, aber ich glaube nicht, dass ich es machen würde, obwohl ich meinen 1275-Motor gerade zerlegt habe. Aber da dieser auch noch nie richtig lief, ich die Ursache vermute, aber noch nicht kenne, möchte ich den Kopf auch nicht aus der Hand geben.

Vielleicht fragst du hiermal im Forum nach (vielleicht meldet sich schon jemand jetzt javascript:editor.insertSmilie('icon_lol.gif')) oder bei einer Werkstatt deines Vertrauens. Leider kenne ich keine für Midget spezialisierte Werkstatt, da ich eigentlich Bastler bin und alles selber mache. Allerdings auch meistens mit viel Lehrgeld verbunden.

Ich hoffe, ich konnte euch etwas helfen. Zumindest in der Entscheidungsfindung was jetzt gemacht werden sollte.

Gerne können wir uns auch nochmals zusammentelefonieren, wenn Du noch Erkenntnisse hast, welche in meinem Geschreibsel nicht erwähnt sind.

Herzliche Grüße und viel Erfolg.
Jochen


[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 23.11.2017 um 21:59.]
Verfasst am: 30. 11. 2017 [00:12]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 507
Eine Bemerkung, Jochen: es kann auch ein Riss im Motorblock sein, wie bei mir: vermutlich durchgerostet von innen (Stösselbecherbohrung = dünnwandig).....selten zwar, aber dennoch kommt's vor!

Jan aus Helvetien

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.11.2017 um 00:14.]

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.