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Rib case Getriebemontage 1


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Verfasst am: 05. 12. 2017 [13:35]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
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Beiträge: 676
So, die Wellen sind wieder zusammenmontiert.
Leider ist die Beschreibung von Haynes sehr dürftig. Daher will ich über meine Erfahrungen berichten.
Zerlegen ist relativ einfach.
Natürlich ist mir auch das passiert wass alle erzählen, die es zum ersten mal machen: Schaltrad verrutscht und die Kugeln herausgespritzt.
Nun, das ist nicht schlimm - es sind einfach erhältliche Kugeln mit 5,5mm (7/32"). Auch das Zerlegen der Wellen stellt niemand vor unlösbare Aufgaben. Obwohl, die ax. Verrastung des mainshafts zu lösen - und schließen- , stellt schon Anforderungen an die Fingerfertigkeit.
Alte Kugellager kann man getrost klopfen - aber für die Montage der neuen habe ich einige Abzieher vewendet um die Lager zu schonen.
Worauf nirgendwo hingewiesen wird: Hitze erleichtert die Montage von Buchsen und Lagern erheblich.
M.E. ist es sehr wichtig die Kraft nie über die Kugeln des Lagers aufzubringen -immer außen oder innen abstützen.

Jürgen

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2017 um 13:36.]

“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.

Dateianhang

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Verfasst am: 05. 12. 2017 [13:49]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
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Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 676
Schnepf schrieb:

Für die Montage der 3 Kugeln und ihrer Federn vom Schaltrad habe ich eine Vorrichtung aus einem Abflussrohr DN 70 (2 cm herausgesägt vom Umfang) und einer Schneckengewindschelle gebastelt. Da auch ich nur 2 Hände habe , musste ich Ingrid bemühen, die 3. Kugel zu drücken. Sie hatte auch noch die gute Idee, einen Schuhkartondeckel als Montageort zuverwenden - denn das Suchen nach den Kugeln geht echt auf die Nerven.

Zur Montage des Input-shafts habe ich das Gehäuse auf der Herdplatte auf 100°C erwärmt und die Welle vorher ins Tiefkühlfach. M.E. geht es nur so.
Haynes schreibt: Klopfen Sie die vormontierte Welle in das Gehäuse. Wie denn, bei dieser engen Passung und dann noch ohne jede Schlupffase am Gehäuse! So ruiniert man Lager und Gehäusesitz.

Jürgen


[Dieser Beitrag wurde 5mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2017 um 13:56.]

“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.

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Verfasst am: 05. 12. 2017 [14:07]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
Themenersteller
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 676
Das hintere Kugellager muss mit Beilagscheiben am Innenring beidseitig distanziert werden. Moss hat eine gute Anleitung mitgeliefert.

Die Montage des Layshaft ist auch etwas tricky - aber mit etwas probieren und einem geeigneten Dorn lassen sich die Scheiben zentrieren und mit etwas Geschick die Zahnräder auch in der Hauptwelle in Eingriff bringen.
Die Achse muss man dann "reinfuscheln", damit sie unten nicht gleich wieder rausfällt , hab ich ein Stück Holz angeschraubt.

Nachdem ich nun alles wieder zusammen habe, musste ich feststellen, dass die Axialdistanzierung vom Mainshaft nicht stimmt. Also alles wieder zerlegen und Neustart !

Erfahrung ist die Summe aller Misserfolge. Hauptsache zum Schluss funktioniert alles.

Gruß
Jürgen

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2017 um 14:11.]

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Verfasst am: 05. 12. 2017 [18:41]
Holger
(Lengerich)
Dabei seit: 24.06.2010
Beiträge: 485
Habe hier eine Anleitung gefunden:
www.dorsetmmoc.co.uk/wordpress/tech_articles/Gearbox%20rebuild.pdf
Grüße Holger Hermann

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.12.2017 um 18:42.]
Verfasst am: 06. 12. 2017 [08:27]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
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Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 676
Holger schrieb:

Habe hier eine Anleitung gefunden:
www.dorsetmmoc.co.uk/wordpress/tech_articles/Gearbox%20rebuild.pdf
Grüße Holger Hermann


Vielen Dank Holger,
das ist endlich mal eine gute Anleitung mit super Bildern.
Gruß
Jürgen

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Verfasst am: 06. 12. 2017 [20:32]
major_healey
(Stolberg)
Dabei seit: 01.03.2010
Beiträge: 2636
Hallo Jürgen,

Reschbeggd! An sowas würde ich mich nicht rantrauen.

Gruß
Stolli

P. S.: ... und wenn's schief geht, dann kannst Du immer noch sowas draus basteln:
http://img.alicdn.com/imgextra/i3/197923132/TB2ydDYXqZPyuJjSspmXXX2IXXa_!!197923132.jpg

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.2017 um 21:02.]

Austin Healey Sprite Mk IV RHD Bj. 1970

Jeden Morgen muss ich mich entscheiden:
den Sprite oder nicht den Sprite, das ist hier die Frage!
Verfasst am: 06. 12. 2017 [21:15]
Frank-Uwe
(Leiferde)
Dabei seit: 06.02.2010
Beiträge: 367
Hi,

auch von mir Respekt:
- für die Arbeiten am Getriebe, die ich auch nicht in Angriff nehmen würde.
- und für das Getriebe als Waschbecken.

Grüße
Frank-Uwe

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 06.12.2017 um 21:16.]


. . . manchmal fehlen mir zum Schweigen einfach die passenden Worte.
Verfasst am: 07. 12. 2017 [08:03]
JuanLopez
(Karlsbad)
Dabei seit: 16.05.2016
Beiträge: 205
Also DAS Waschbecken passt in jede Schrauberwerkstatt. icon_razz.gif

Gruß aus dem Nordschwarzwald
Juan
MG Midget 1500 Bj. 1979
Simca V8 Vedette Bj. 1957
Verfasst am: 07. 12. 2017 [09:23]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
Themenersteller
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 676
major_healey schrieb:

Reschbeggd! An sowas würde ich mich nicht rantrauen.


Zuviel des Lobs - noch ist es nicht fertig.
Ich find die Getriebereparatur zwar nicht trivial - aber so extrem schwierig ist es nun auch wieder nicht.
Außerdem haben schon mehrere Forumsmitglieder das geschafft..
Man muss sich vorher informieren (Anleitungen, Blogs etc.) und dann mit Bedacht (keine rohe Gewalt!) vorgehen.
Abzieher u. andere Hilfsmittel muss man sich besorgen oder leihen.
Die Getriebekomponenten (Syncho, Zahnräder, Wellen) selbst kann man mit Eigenmitteln nicht reparieren - nur tauschen. Leider gibt es bei Moss nicht mehr alles neu. So habe ich beispielsweise die miteinander gelaufenen Räderpaare aus einem anderen Getriebe genommen und von meinem nur die guten Wellen verwendet. Kugellager, Nadellager und Achsen sind neu gut verfügbar.
Das hier ist nur mein "Übungsgetriebe" - das andere steckt noch im Auto.
Grüße
Jürgen

“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.

Verfasst am: 11. 12. 2017 [01:50]
woolfman
(Wien)
Dabei seit: 30.07.2014
Beiträge: 725
Schnepf schrieb:

major_healey schrieb:

Reschbeggd! An sowas würde ich mich nicht rantrauen.


Zuviel des Lobs - noch ist es nicht fertig.
Ich find die Getriebereparatur zwar nicht trivial - aber so extrem schwierig ist es nun auch wieder nicht.
Außerdem haben schon mehrere Forumsmitglieder das geschafft..
Man muss sich vorher informieren (Anleitungen, Blogs etc.) und dann mit Bedacht (keine rohe Gewalt!) vorgehen.
Abzieher u. andere Hilfsmittel muss man sich besorgen oder leihen.
Die Getriebekomponenten (Syncho, Zahnräder, Wellen) selbst kann man mit Eigenmitteln nicht reparieren - nur tauschen. Leider gibt es bei Moss nicht mehr alles neu. So habe ich beispielsweise die miteinander gelaufenen Räderpaare aus einem anderen Getriebe genommen und von meinem nur die guten Wellen verwendet. Kugellager, Nadellager und Achsen sind neu gut verfügbar.
Das hier ist nur mein "Übungsgetriebe" - das andere steckt noch im Auto.
Grüße
Jürgen


Das ist richtig. Jürgen und ich haben uns im Frühjahr wegen der Überholung ausgetauscht, von mir hat er auch die Anleitung. Mit der entsprechenden Vorbereitung und Planung ist kein Thema.



Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.