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Thema mit vielen Antworten

1275er Tuning


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Verfasst am: 18. 10. 2016 [19:25]
jagdoc
(Unna)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1248
Die Motorrevision meines 1275ccm Motors mit Leistungsteigerung auf knapp 100PS (auf der Rolle gemessen) hat keine 4000 Euro gekostet. Natürlich ohne Einbau, den mache ich selbst. Der Motor läuft seit 2 Jahren perfekt, Ölverbrauch unter 300ml auf 1000 km, thermisch gesund (mit Ölkühler), je nach HA-Übersetzung geht der Frosch mit 165-185 Km/h über die Bahn, ab 2000 U/min nimmt er ruckfrei Gas an. Ich bin gut zufrieden.
Entscheidend für den Revisionspreis ist natürlich die Grundsubstanz des zu überholenden Motors.
Aber ein rennfähiger Mini-Motor mit ca 140 PS kostet auch schion mal 20000 Euround hält wenn es hoch kommt 1 Saison.

Bastlergrüsse

Ulrich

 
Sprite MK I ' 60,
Jaguar X-Type Estate
TVR Chimaera 400
Verfasst am: 19. 10. 2016 [09:40]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 717
nortonjan schrieb:

ich bin immer wieder erstaunt zu sehen, wie wenig in unserer Zunft über die WAHREN Preise gesprochen wird. Ehrlich: wir lügen uns alle immer Mal wieder selber an, oder?


Also gut, die Wahrheit.
Mein überholter Motor hat ca. 3000 Euro gekostet – er ist aber auch nur für normale Ansprüche.
Ca. 1000 Euro hat die Maschinenarbeit gekostet (Honen, Welle schleifen und nitrieren), 500 € hat der alte Motor gekostet.
Der Rest waren hauptsächlich Dichtungen, Kolben, Lagerschalen, Ölpumpe, Steuerkette und Kleinteile, sowie Farbe und Dichtmasse. Einzige „Tuningteile“ waren ein gebr. guter Metro-Kopf (den ich aufgearbeitet habe), ein gebr. Saugrohr und eine neue 245er Kent Nocke.
Alle anderen Arbeiten, auch Angleichen der Pleuelmassen, habe ich selbst gemacht. Da ich es nicht eilig hatte und sorgfältig arbeiten wollte, habe ich mir über 200 Freizeitstunden (wurde im Forum schon dafür verspottet) dafür reserviert. Das ist natürlich unbezahlbar.
Ein Profi würde etwa 1000 bis 1500 € dafür veranschlagen (ich hatte Angebote aus der Mini-Szene).
3-3500 Euro für einen Standardmotor sollten m.E. reichen. Dafür kann man auch gute Arbeit erwarten - in Deutschland.
Schweizer Präzision war schon immer teurer.
Hauptsache Dein Motor läuft nun gut und zuverlässig, den Preis vergisst man dann gerne.
Viele Grüße
Jürgen


“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.

Verfasst am: 19. 10. 2016 [11:52]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3507
Hallo Männers,

es macht im Preis nicht soo sehr viel aus, ob man bei einer Motor Revision
nach zusätzlicher Leistung gräbt, oder beim Standard bleibt. Auch beim Zylinderkopf
hält es sich im Rahmen. Was reinhaut, ist zB eine Hochhubkipphebelwelle, die gibts aber in 2
Ausführungen. Nadellager oder gebuchst. Die Buchsen muss man allerdings nach 10-15TKm tauschen.
Man braucht keine Schmiedekolben, bis 7000 upm hält alles was man bekommt.
Oftmals braucht man auch die Kurbelwelle nicht schleifen. Ich habe lieber kleine Laufspuren
als einen dünner geschliffenen Pleuelzapfen.
Viel wichtiger ist, dass man sich vorher Gedanken macht, was man denn will.
So eine Revision wie sie Nortonjahn macht, kostet bei uns auch schnell 4-5000€.
Ein Stundenlohn von 135€ ist auch bei uns relativ normal für einen Motorenbauer mit einem
entsprechenden Maschinenpark. Ich baue grad einen Vorkriegsmotor auf, mit Block schweissen,
eine Bohrung ausbüchsen, neu angefertigte Stahlkurbelwelle, neue Stahlpleuel, Kolben beschichten,
da werden 12-13000€ kaum reichen. Also da sind die kleinen A-Serie Motoren preiswert zu haben.

Gruss
Roland

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 19. 10. 2016 [19:00]
oldi-fan500
(Allgäu)
Dabei seit: 07.05.2010
Beiträge: 878
Hallo Leute,

2015 habe ich mir einen 1275er Motor für 700 € (blind) gekauft und überholt. Damit hatte ich Glück, weil Zylinder, Kolben und Kurbelwelle sich noch im Standardmass befanden und nicht bearbeitet werden mussten. Allerdings habe ich die KW wuchten lassen.
An Materialkosten sind incl. der Anschaffung 2323 € angefallen (Nockenwelle, Kupplung, SiRi-Umbausatz, neue Lager, Kolbenringe, Dichtungen usw). Wäre die Nocckenwelle noch ok gewesen, würden sich die Kosten auf unter 2 K€ belaufen. Die investierten Arbeitsstunden haben sich in Grenzen gehalten.
Und als er fertig war habe ich´s nicht übers Herz gebracht, den Motor in meinen Frosch einzubauen, weil dessen 948er Motor noch so schön läuft!

Wie sagt der Franzose? Sä la wie!!!

Verfasst am: 20. 10. 2016 [13:27]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Bei meinen Kostenangaben ist zu beachten, dass ich KEINE Eigenleistung bezüglich der Arbeiten an Kopf und Block erbringen konnte. Aber ich habe ein paar Teile besorgt und importiert (Schweiz ist ausser EG - wir zahlen noch Zoll.....icon_smile.gif und mich zu Verschiedenem schlau gemacht, um in der Lage zu sein, auf gewisse Fragen des Motorenbauers Antworten zu haben.

Auch war ich es ehrlich gesagt Leid, nach den Erfahrungen mit dem englischen Qualitätsverständnis und der ebenfalls nicht befriedigenden Arbeit des deutschen "Kollegen" weitere Experimenten zu fahren. Ich will jetzt endlich fahren.....icon_cool.gif

Roland: korrekt, Schmiedekolben bracht's nicht, aber mir schien's nicht verkehrt, in moderne Kolbenringe zu investieren. Ich meine, die findet man erst auf Kolbensätzen in den höheren Preisregionen, und Zukaufen und Anpassen und Rumfrickeln und mich ärgern und nochmals Zeit verlieren......nö, is nix.icon_biggrin.gif



Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 20. 10. 2016 [15:51]
Heinz
(Wirges)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 1235
...oder man kauft sich nen 911er! icon_wink.gif
Soooo viel Geld für einen Motor.....icon_rolleyes.gif

Gruß Heinz

MG Midget 1500, Bj. 79
Austin Healey Sprite MK l, Bj. 59
Austin Healey Sprite MK l, Bj. 60 under construction
Rover P6 3500, Bj. 69
Verfasst am: 20. 10. 2016 [23:03]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
Dann aber doch zuerst einen Lotus......



Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 01. 11. 2016 [08:53]
Roland
(Holzgerlingen)
Dabei seit: 05.02.2010
Beiträge: 3507
nortonjan schrieb:


........Roland: korrekt, Schmiedekolben bracht's nicht, aber mir schien's nicht verkehrt, in moderne Kolbenringe zu investieren............



Stimmt. Da hast Du völlig recht. Desshalb habe ich mir erst die entsprechenden Kolbenringe besorgt und lasse
mir nun dazu die passenden Kolben anfertigen. Da kommts jetzt auch nicht mehr drauf an. icon_rolleyes.gif

Gruss
Roland

http://www.youtube.com/watch?v=eMJHij-HlfM

http://www.youtube.com/watch?v=8Sz4MIW7oZY
hehe, da ballert mein Sprite über die Startbahn in Rothenburg offen mit 169Km/h und mein Beifahrer ruft: Brems....brems...
http://www.swiss-marathon-rallye.ch/SMR%202010/smr10_klein_0063.JPG
Verfasst am: 01. 11. 2016 [11:43]
nortonjan
(Grand-Saconnex GE)
Themenersteller
Dabei seit: 14.10.2010
Beiträge: 527
tja, aber dann bist ja auch DU beim sogenannten Schmiedekolben angekommen....icon_lol.gif


Zum Verständnis ne Frage: Sehe ich das richtig, dass ein sogenannter Schmiedekolben nicht vollkommen geschmiedet ist, sonder der Rohling, aus dem dann auf der Drehbank ein Kolben gemacht wird, ist ein geschmiedetes Stück Stahl? Im Gegensatz dazu war der gegossene Kolben ein Guss-Rohling. Stimmt das so?

Das Leben ist zu kurz, um langweilige Autos zu fahren.
Verfasst am: 01. 11. 2016 [18:00]
Schnepf
(Michelfeld (bei SHA))
Dabei seit: 18.02.2010
Beiträge: 717
nortonjan schrieb:

Sehe ich das richtig, dass ein sogenannter Schmiedekolben nicht vollkommen geschmiedet ist, sonder der Rohling, aus dem dann auf der Drehbank ein Kolben gemacht wird, ist ein geschmiedetes Stück Stahl? Im Gegensatz dazu war der gegossene Kolben ein Guss-Rohling. Stimmt das so?


Stimmt genau. Konnte mich bei meiner Tätigkeit bei Fa. Kolbenschmidt Neckarsulm persönlich davon überzeugen.
Der Rohling ist ein rundes Vollmaterial, welches erhitzt und in einer Gesenkschmiedepresse (KS sprach von Presskolben) die Innenform des Kolbens erhält (innen aalglatt und ohne Hinterschnitte) . Die Aussenform ist schon zylindrisch und wird hernach spanend bearbeitet.
Echte Schmiedekolben nimmt man für Rennmotoren mit hohen Kolbengeschwindigkeiten und hoher thermischer Belastung (fürs Schmieden kann man hochsiliziumhaltige, schwer gießbare Legierungen nehmen).
Glaube kaum, daß das jemand in seinem Strassen-Sprite oder Midget braucht.
Gruß
Jürgen

“Have no fear of perfection – you`ll never reach it”.