MG Midget & AH Sprite

Die Modelle

AH Sprite MK I
Im März 1958 werden die ersten Austin Healey Sprite (AN5) in Abingdon gebaut. Die offizielle Vorstellung findet im Mai 1958 anlässlich des Grand Prix von Monaco statt.
Der Motor aus der A-Serie entstammt dem Austin A 35. Er hat im Sprite dank zweier H1 Vergaser und höherer Verdichtung 43,5 PS bei 5200 U/min und ist damit 132 km/h schnell. Der Sprite hat rundum Trommelbremsen, Steckscheiben und kein klappbares Dach. Die Ausstattung ist spartanisch – keine Teppiche sondern Gummimatten. Der Kofferraum ist nur durch den Innenraum erreichbar. Die Scheinwerfer in/auf der Motorhaube bringen dem Sprite den Namen Froschauge, Frogeye oder Bugeye ein. Grund für diese Scheinwerferanordnung sind amerikanische Zulassungsvorschriften. Gebaut wurden etwa 50.000 Stück


AH Sprite MK II bzw. MG Midget MK I

Es ist Mai 1961 als der AH Sprite MK II (HAN 6), der Nachfolger vom "Frogeye" dem Publikum vorgestellt wird. Der MG Midget MK I (GAN 1) folgte einen Monat später. Der Motor leistete bei 948ccm Hubraum 46 PS. Im September 1962 kam dann die erste Überarbeitung (GAN 2 bzw. HAN 7). Der Hubraum des Motors wurde auf 1098ccm gesteigert, was eine Mehrleistung von 9 PS einbrachte. Weitere Änderungen waren die vorn verbauten Scheibenbremsen, ein synchronisiertes Getriebe sowie ein mit Teppich verkleideter Innenraum. Auch die Ausstattung wurde ein wenig verbessert.



AH Sprite MK III bzw. MG Midget MK II

Im März 1964 kam dann derAH Sprite MK III (HAN 8) bzw. Midget MK II (GAN 3) auf den Markt. Die Motorleistung stieg von 56 PS auf 59 PS, die bis dahin verwendeten Steckscheiben wichen Kurbelfenstern und im gleichen Zuge kam auch eine neue Frontscheibe zum Einsatz. Die Türen waren ab diesem Modell abschließbar und der Instrumentenblock im schwarzen Kräusellack lackiertem Armaturenbrett war jetzt dem Fahrer zugeneigt. Auch das Fahrwerk wurde verändert, so wurden halbelliptische statt der viertelelliptischen Blattfedern verbaut.


AH Sprite MK IV bzw. MG Midget MK III

Im Oktober 1966 dann die Vorstellung des AH Sprite MK IV(HAN 9) bzw. Midget MK III (GAN 4). Äußerlich unverändert, arbeitete aber unter der Motorhaube ein gedrosselter MINI Cooper S – Motor mit stolzen 65 PS.  Verdecks mit sich brachte.



AH Sprite MK V bzw. Midget MK III RWA

1969, wiederum im September erblickte der Sprite MK V (HAN 10) bzw. Midget MK III (GAN 5) das Licht. Der senkrecht verrippte Kühlergrill wich einem ovalem, wie er schon im Austin Healey Sprite verbaut wurde. Die Schweller sowie der Windschutzscheibenrahmen wurden schwarz lackiert. Ab Oktober 1970 wurde zudem noch die Heizung- / Lüftungseinheit verbessert und ein größerer Tank verbaut. Das Verdeck war nun fest mit der Karosserie verbunden. Die breiten Stoßstangen wichen schmaleren und die hintere war zudem noch geteilt. Der größte optische Unterschied war jedoch die runden Radläufe hinten (ab August 1971 und nur bei den MG Midget).


Austin Sprite MK V

Im Januar 1970 wurde dann aus dem Austin Healey Sprite nur noch Austin Sprite (AAN 10). Von dieser letzten Serie wurden nur 1022 Stück produziert.



MG Midget MK IV

Oktober 1974 dann die letzte Version des Midgets. Der MK IV oder Midget 1500, mit dem Fahrgestellcode (GAN 6) musste er den neuen Bestimmungen  der Exportmärkte Tribut zollen. So bekam er zum einen den Motor vom Triumph Spitfire, was eine Hubraumvergrößerung auf 1500ccm mit sich brachte, bei einer Leistung von 68 PS. Weiter bekam er das Morris Marina Getriebe, was jetzt vollsynchronisiert war. Doch die größten Veränderungen, die sofort ersichtlich waren, waren die Polyurethanschaum- Stoßfänger, die jetzt anstatt der Chromstoßstangen verbaut wurden. Dies brachte ihm, wie auch dem MG B den Spitznamen „Gummiboot“ bei.



Im November 1979 rollte dann nach über 18 Jahren der letzte von insgesamt 226526 Fahrzeugen vom Band.


Weitere Modellvarianten:

Sebring Sprite


Unter dem Namen Sebring Sprite verbindet die Healey Gemeinde ursprünglich die für die Rennen in Sebring (USA) vorbereiteten Werksfahrzeuge. Im Besonderen sind aber die mit Aluminium-Sonderkarosserie ausgestatteten Sebring-Sprite Coupes gemeint, die von John Sprinzel mitkreiert wurden. Wobei die Definition des Sebring Sprite immer sehr vage war und ist und sich nicht auf ein spezielles Modell bezieht. Ein Sebring-Sprite als wäre eigentlich nur ein Fahrzeug, das am sebring rennen teilgenommen hat oder dafür vorgesehen war. Eigentlich sollte man von Werks-Sprites und nicht von Sebring-Sprites sprechen.
Besondere Merkmale gegenüber den „normalen“ Sprites waren immer die Aluminium-Karosserie, Dunlop-Scheibenbremsen anstelle von Trommelbremsen, Dunlop-Speichenräder an Stelle der normalen Scheibenräder, z.T. Hardtops (nicht Coupe Versionen), Lackierung zu Beginn in Speedwell Blue (siehe Speedwell Sprite) und nicht die spätere Standard Sprite Farbe Iris Blue.


Speedwell Sprite


Speedwell Performance Conversions Ltd war eine kleine Firma in der Finchley Road in London, die auf Kundenwunsch Tuning-Versionen des Austin-Healey Sprite anbot. Die Firma wurde von John Sprinzel zusammen mit George Hulbert und Len Adams 1957 gegründet. Zuerst wurden nur A-Serie Motoren dort leistungsgesteigert. Ab 1958, mit dem Klassengewinn der Alpine Rally durch John Sprinzel in einem von BMC Rennabteilung zur Verfügung gestellten Sprite (PMO 200), startete die Firma mit dem Komplettuning von Austin-Healey Sprites. Von Frank Costin wurde eine wunderschöne Aluminium Coupe-Version kreiert und von Williams & Pritchard für Speedwell gebaut. PMO 200 wurde unter anderem auch mit dieser Coupe-Karosserie umgebaut. Es gab auch eine Fastback Coupe Version gebaut von Peel Coachworks oder eine Hardtop Version, wobei das Hardtop von Classic Motor Crafts stammte ( Speedwell GTs).
Bei Speedwell konnte man sich seinen Sprite mit „normaler“ Karosserie oder als Coupeversion  bestellen. Zur Leistungssteigerung wurde ein ganzer Katalog von Maßnahmen angeboten zur Verbesserung von Motor, Getriebe, Differential, Fahrwerk, Bremsen und weitem Tuning-Zubehör. Bekannt und gesucht sind die Speedwell-Türöffner im Pfeildesign für Sprite MK1 und MK2 ohne Außentürgriffe.
John Sprinzel wechselte 1960 als Leiter der Renntechnik zur Donald Healey Motor Company und homologierte den Sebring Sprite zur Produktion.
Speedwell war lange erfolgreich als Tuningfirma für Austin Minis und Volkswagen


Lenham Sprite


Im Februar 1962 gründeten Julian Booty, Peter Rix und David Miall-Smith die Vintage and Sports Car Garage und begannen mit der Restauration von Fahrzeugen in Lenham, Maidstone, Kent im Südosten Englands.
Sie begannen Sprite MK1 mit einer Aluminum Karosserie umzubauen und verkauften sie unter dem Namen Lenham GT Coupe.  Später wurden auch Sprite Mk2 und MG Midget Mk1 mit der GT Karosserie versehen. Dazu gab es auch auf Wunsch ein neues Frontdesign das dann das charakteristische Aussehen des Lenham Sprite gab. Lenham GTs gab es als Serie 1 und Serie 2.
Dem Lenham GT folgte das Lenham Le Mans Coupe zum Umbau von Sprites MK3 und Midgets MK2 (nach 1964). Das Le Mans Coupe gab es auch in zwei Versionen, eine hatte eine kleine Lufteinlasshutze hinter den Seitenfenstern die andere war glatt.
Zusätzlich wurde ab 1966 der GTO gebaut, eine offene Roadster Version.
Neben diesen Aluminium Karosserien gab es auch Glasfaser Karosserieteile wie das „John Britten“ Heckteil. Es war ein Nachbau des standardmäßigen Spridget Kotflügel-Kofferraum-Teils in einem Stück aus Glasfaser mit runden Radausschnitten (1966-67) und dazugehörigem Hardtop. Leider hat wohl keiner dieser Umbauten, die hauptsächlich bei Clubrennen zu sehen waren, überlebt.
Neben den Karosserieversionen gab es auch Einzelteile wie abnehmbare Hardtops und einteilige Fronthauben.
1967 zog die Firma nach Harrietsham in größere Räume. Gleichzeitig wurde der Name in Lenham Motor Company geändert. Die Firma existiert noch unter dem Namen Lenham Sports Cars. Besitzer ist heute Andrew Actman, Julian Booty und Peter Rix haben sich aus dem Geschäftsleben zurückgezogen, sind aber noch Teilhaber. Der Firma Classic Cars of Kent, gehören heute die Namernsrechte der Lenham Motor Company und sie besitzen auch die Karosseriewerkzeuge für die Le Mans Coupe and den GT und GTO.
Es gibt leider keine Aufzeichnungen wie viel von jedem Lenham Typ produziert wurden, zumal auch Kits zum Selbstumbau verkauft wurden.


Arkley Sprite

Ab 1970 wurde von John Britten der Arkley angeboten. Dieser Umbau mit Glasfaserkomponenten, diente dazu, rostige und verunfallte Fahrzeuge wieder auf die Straße zu bringen. So wurde die Front und das Heck getauscht, der mittlere Teil sowie das Fahrgestell blieben erhalten. Ca. 1000 Fahrzeuge wurden so umgebaut. Den Umbau gab es in zwei Versionen, als Arkley S für Standardräder und als SS für breitere Reifen.


Innocenti Spyder / S / C

Basierend auf der Plattform des Sprites wurde dann eine von der Firma Ghia in Italien entworfene Karosserie bei Osi verbaut. Übernommen wurde aus England auch der Motor, Antriebsstrang, Aufhängung Bremsen und die Steuerung. Die Erste Version, gebaut von 1961 - 1963 hatte aber im Gegensatz zum Sprite schon ein fest montiertes Verdeck und Kurbelfenster.

Von 1963 - 1967 bekam dann auch der Innocenti Spyder den größeren 1100ccm Motor und das neuere Getriebe, sowie Scheibenbremsen vorn. Ab hier war die Typenbezeichnung Innocenti Spyder S

1967 kam dann das letzte Facelift und der Innocenti, jetzt mit dem Kürzel C versehen bekam ein festes Dach und wurde zum Coupe. Die Motorisierung blieb bis zum Produktionsende 1970 beim 1100ccm Motor. Eine wie beim Midget oder Sprite verbaut 1275ccm Variante gab es aus steuerliche Gründen in Italien nicht.

Die Gesamtproduktion lag bei 17500 Fahrzeugen